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CIF Incoterm
Cost, Insurance and Freight — einfach erklärt

Wer trägt welche Kosten? Wo liegt das Risiko? Was deckt die Versicherung ab? CIF auf einen Blick — mit Preisrechner.

Seefracht
Transportart
Nur See- & Binnenschifffahrt
Clause C
Mindestversicherung
Vom Verkäufer abgeschlossen
110 %
Deckungssumme
Mindestens vom Warenwert
Incoterms 2020
Aktuelle Fassung
Herausgegeben von der ICC
Aktualisiert: Februar 2026

Definition

Was bedeutet CIF (Cost, Insurance and Freight)?

CIF (Cost, Insurance and Freight) ist eine Incoterm-Klausel der ICC (International Chamber of Commerce) für See- und Binnenschifffahrt. Der Verkäufer trägt alle Kosten für Fracht und eine Mindestversicherung (Clause C) bis zum vereinbarten Bestimmungshafen. Das Risiko geht jedoch bereits bei Verladung der Ware an Bord des Schiffes auf den Käufer über. CIF ist eine der 11 Incoterms 2020.

CIF steht für Cost, Insurance and Freight — auf Deutsch "Kosten, Versicherung und Fracht". Diese Lieferbedingung gehört zu den ältesten und meistgenutzten Klauseln im internationalen Seehandel. Der CIF Incoterm regelt, dass der Verkäufer neben den Frachtkosten auch eine Transportversicherung bis zum vereinbarten Bestimmungshafen abschließt.

CIF gilt ausschließlich für See- und Binnenschifffahrt — nicht für Luftfracht, LKW oder multimodale Transporte. Für diese Fälle empfiehlt die ICC den Incoterm CIP (Carriage and Insurance Paid To), der eine umfassendere Allgefahrenversicherung (Clause A) beinhaltet.

Die korrekte Angabe im Vertrag lautet: "CIF [benannter Bestimmungshafen], Incoterms 2020" — zum Beispiel "CIF Hamburg, Incoterms 2020". CIF ist wie CFR (Cost and Freight) eine sogenannte Zweipunktklausel: Kostenübergang und Gefahrenübergang fallen an verschiedenen Orten an.

Pflichten

Pflichten bei CIF — Verkäufer vs. Käufer

Bei CIF trägt der Verkäufer Fracht, Versicherung und Exportzollformalitäten. Der Käufer übernimmt das Risiko ab Verladung an Bord und kümmert sich um Einfuhrzoll, Entladung und Inlandtransport.

Verkäuferpflichten

  • Ware bereitstellen und exportgerecht verpacken
  • Ware an Bord des Schiffes liefern
  • Ausfuhrzollabfertigung erledigen
  • Frachtvertrag abschließen und Seefracht bezahlen
  • Mindestversicherung (Clause C) abschließen
  • Transportdokumente (Konnossement / Bill of Lading) bereitstellen

Käuferpflichten

  • Risiko ab Verladung an Bord tragen
  • Ggf. höhere Versicherung (Clause A) abschließen
  • Einfuhrzollabfertigung im Zielland
  • Entladekosten am Bestimmungshafen
  • Inlandtransport ab Hafen zum Endziel
  • Einfuhrabgaben und Zölle bezahlen
PflichtVerkäuferKäufer
Ware bereitstellen & verpackenJa
Verladung an BordJa
AusfuhrzollabfertigungJa
Frachtvertrag abschließenJa
Frachtkosten bis BestimmungshafenJa
Mindestversicherung (Clause C)Ja
Transportdokumente (Konnossement)Ja
Risiko ab VerladungJa
Aufstockung der VersicherungEmpfohlen
EinfuhrzollabfertigungJa
Entladekosten BestimmungshafenJa
Inlandtransport ab HafenJa

Gefahrenübergang

Gefahren- und Kostenübergang bei CIF

Bei CIF fallen Kosten- und Gefahrenübergang auseinander. Der Verkäufer trägt die Kosten bis zum Bestimmungshafen, aber das Risiko geht bereits bei Verladung an Bord am Abgangshafen auf den Käufer über. Geht die Ware während des Seetransports verloren, trägt der Käufer das Risiko — obwohl der Verkäufer den Transport bezahlt hat.

Der Gefahrenübergang ist der kritischste Punkt beim CIF Incoterm. Er liegt im Verschiffungshafen — genau in dem Moment, in dem die Ware an Bord des Schiffes verladen wird. Das ist der häufigste Missverständnispunkt: Viele Käufer gehen fälschlicherweise davon aus, dass der Verkäufer auch das Risiko bis zum Bestimmungshafen trägt.

Wichtig: Der Käufer trägt das Risiko während der gesamten Seereise. Die vom Verkäufer abgeschlossene Mindestversicherung (Clause C) bietet nur Basisschutz gegen benannte Risiken. Prüfen Sie als Käufer, ob eine Aufstockung auf Clause A (Allgefahrenversicherung) sinnvoll ist.

Werk / Lager

Verkäufer bereitet vor

Verkäufer trägt Risiko

Abgangshafen

Verladung an Bord

Gefahrenübergang!

Seereise

Fracht + Versicherung: Verkäufer

Käufer trägt Risiko

Bestimmungshafen

Kostenübergang

Käufer trägt Risiko

Häufigster Fehler bei CIF

Viele Käufer nehmen an, der Verkäufer trage das Risiko bis zum Bestimmungshafen, weil er Fracht und Versicherung bezahlt. Das ist falsch. Das Risiko geht bereits bei Verladung an Bord über. Die Mindestversicherung (Clause C) deckt nur Grundrisiken ab — nicht Diebstahl oder Beschädigung.

Versicherung

Die CIF-Versicherung erklärt — Clause C vs. Clause A

Bei CIF muss der Verkäufer eine Mindestversicherung nach Clause C der Institute Cargo Clauses abschließen. Diese deckt nur benannte Risiken wie Feuer, Strandung und Schiffbruch ab — nicht Diebstahl, Beschädigung oder Piraterie. Die Deckungssumme beträgt mindestens 110 % des Warenwerts.

Die Versicherung bei CIF ist ein häufig missverstandenes Thema. Der Verkäufer ist lediglich zur Mindestdeckung nach Clause C verpflichtet. Diese schützt gegen spezifisch benannte Risiken, bietet aber keinen umfassenden Schutz.

Praxis-Tipp: Als Käufer sollten Sie prüfen, ob eine Aufstockung auf Clause A sinnvoll ist. Die Mehrkosten sind in der Regel gering (ca. 0,1–0,3 % des Warenwerts), der Schutz aber erheblich größer. Alternativ wählen Sie den Incoterm CIP, der automatisch Clause A beinhaltet.

KriteriumClause C (CIF)Clause A (CIP)
DeckungsartBenannte RisikenAllgefahrenversicherung
Feuer & ExplosionJaJa
Strandung & SchiffbruchJaJa
DiebstahlNeinJa
Beschädigung durch LadungNeinJa
PiraterieNeinJa
DeckungssummeMind. 110 % WarenwertMind. 110 % Warenwert
EmpfehlungNur BasisschutzUmfassender Schutz

Kostenbeispiel

CIF-Preis berechnen — konkretes Beispiel

Der CIF-Preis setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Warenwert (FOB), Seefracht und Versicherungsprämie. Dieses Beispiel zeigt eine typische CIF-Kalkulation für die Route Shanghai — Hamburg.

Wichtig: Der CIF-Preis ist in der EU die Berechnungsgrundlage für den Zollwert. Der Einfuhrzoll wird auf den CIF-Preis berechnet, nicht auf den reinen Warenwert (FOB). Das erhöht die effektive Zollbelastung.

CIF Shanghai — Hamburg

Warenwert (FOB)$10.000
Seefracht Shanghai — Hamburg+ $2.000
Versicherung (Clause C, 110 %)+ $150
CIF-Preis (= Zollwert)$12.150

Versicherungsprämie: ca. 0,3 % des versicherten Wertes (FOB + Fracht) × 110 %. Tatsächliche Prämien variieren je nach Ware, Route und Versicherer.

Vergleich

CIF vs. FOB vs. CIP vs. CFR — Welcher Incoterm passt?

Der Hauptunterschied zwischen CIF und FOB liegt in der Kostenverteilung. Bei CIF bezahlt der Verkäufer Fracht und Versicherung bis zum Bestimmungshafen. Bei FOB endet die Kostenpflicht des Verkäufers bei Verladung — der Käufer organisiert Transport und Versicherung selbst. CIF ist sicherer für Käufer ohne Logistikerfahrung, FOB oft günstiger.

Die Wahl zwischen CIF, FOB, CIP und CFR hängt von Ihrer Rolle (Käufer oder Verkäufer), Ihrer Logistikerfahrung und der Transportart ab. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick.

KriteriumCIFFOBCIPCFR
TransportartNur SeefrachtNur SeefrachtAlle TransportartenNur Seefracht
Fracht zahltVerkäuferKäuferVerkäuferVerkäufer
VersicherungClause C (Verkäufer)Keine PflichtClause A (Verkäufer)Keine Pflicht
GefahrenübergangBei Verladung an BordBei Verladung an BordÜbergabe an FrachtführerBei Verladung an Bord
ContainerfrachtBedingt geeignetBedingt geeignetEmpfohlenBedingt geeignet
Ideal fürKäufer ohne eigene LogistikErfahrene ImporteureMultimodale TransporteKäufer mit eigener Versicherung

Empfehlung

Wann CIF verwenden — und wann nicht?

CIF eignet sich nicht für jeden Anwendungsfall. Die Klausel ist ideal für konventionelle Seefracht, aber es gibt klare Situationen, in denen andere Incoterms besser passen.

CIF empfohlen für

  • Seefracht und Schüttguttransporte
  • Käufer ohne eigene Logistikinfrastruktur
  • Standard-Seetransporte mit konventioneller Verladung
  • Käufer, die ein „Rundum-sorglos-Paket" wünschen
  • Handelsbeziehungen mit vertrautem Verkäufer

CIF nicht empfohlen für

  • Multimodale Transporte (besser CIP verwenden)
  • Multimodale Containertransporte (CIP als Alternative)
  • Käufer mit eigenen, günstigeren Versicherungspolicen
  • Luftfracht oder LKW-Transport (CIF gilt nur für Seefracht!)
  • Sendungen mit hohem Wert (Clause C bietet nur Basisschutz)

CIF ist nicht für Luftfracht geeignet

Der Incoterm CIF gilt ausschließlich für See- und Binnenschifffahrt. Für Luftfracht oder multimodale Transporte ist CIP (Carriage and Insurance Paid To) die korrekte Alternative mit vergleichbarer Kostenverteilung und umfassenderem Versicherungsschutz (Clause A statt Clause C).

Fehler vermeiden

5 häufige Fehler bei CIF — und ihre Konsequenzen

Diese Fehler sehen wir regelmäßig bei CIF-Verträgen. Jeder einzelne kann zu erheblichen finanziellen Nachteilen führen.

„CIF Hamburg" ohne genauen Ort

Ohne Angabe des exakten Hafenterminals kann es zu Streit über Entladekosten und Zuständigkeiten kommen. Besser: „CIF Hamburg, Burchardkai, Incoterms 2020".

Clause C als ausreichend ansehen

Die Mindestversicherung deckt nur benannte Risiken ab. Bei Totalverlust durch Diebstahl oder Beschädigung greift Clause C nicht. Prüfen Sie immer eine Aufstockung auf Clause A.

CIF für Containertransporte nutzen

Bei Containerfracht entsteht eine Risikolücke am Terminal. Die ICC empfiehlt CIP oder FCA statt CIF für Containertransporte.

„Incoterms 2020" nicht angeben

Ohne Versionsangabe können ältere Fassungen herangezogen werden. Pflichten haben sich zwischen den Versionen geändert — immer „Incoterms 2020" angeben.

Annehmen, der Verkäufer trage das Risiko

Das Risiko geht bei Verladung an Bord über — nicht am Bestimmungshafen. Der Verkäufer zahlt Fracht und Versicherung, das Risiko liegt aber beim Käufer.

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Keine versteckten Kosten. Der Festpreis beinhaltet alle vereinbarten Leistungen. Sie sehen genau, was in Ihrem CIF-Preis enthalten ist.

Ablauf

Ablauf einer CIF-Lieferung Schritt für Schritt

Vom Kaufvertrag bis zur Ankunft am Bestimmungshafen — so funktioniert eine Lieferung mit dem CIF Incoterm in 7 Schritten.

1

Kaufvertrag mit CIF-Klausel vereinbaren

Vereinbaren Sie im Kaufvertrag die Klausel „CIF [benannter Bestimmungshafen], Incoterms 2020". Beispiel: „CIF Hamburg, Incoterms 2020".

2

Verkäufer bereitet Ware vor und erledigt Ausfuhrzoll

Der Verkäufer verpackt die Ware exportgerecht, erstellt die Handelsdokumente und erledigt die Ausfuhrzollabfertigung im Ursprungsland.

3

Verkäufer schließt Fracht- und Versicherungsvertrag ab

Der Verkäufer beauftragt eine Reederei und schließt eine Mindestversicherung (Clause C, mindestens 110 % des Warenwerts) ab. Beides geht auf seine Kosten.

4

Verladung an Bord — Gefahrenübergang auf Käufer

Sobald die Ware an Bord des Schiffes im Verschiffungshafen verladen wird, geht das Risiko auf den Käufer über. Ab diesem Moment haftet der Käufer für Verlust oder Beschädigung.

5

Seereise zum Bestimmungshafen

Während der Seereise zahlt der Verkäufer Fracht und Versicherung, das Risiko trägt jedoch der Käufer. Bei Schäden greift die Clause-C-Versicherung — allerdings nur für benannte Risiken.

6

Ankunft am Bestimmungshafen — Kostenübergang

Am Bestimmungshafen endet die Kostenpflicht des Verkäufers. Der Käufer übernimmt Entladung und Einfuhrzollabfertigung.

7

Käufer organisiert Inlandtransport zum Endziel

Der Käufer transportiert die Ware vom Bestimmungshafen zum endgültigen Bestimmungsort. Mit CARGOLO vergleichen Sie Transportpreise in unter 20 Sekunden.

Häufig gestellte Fragen zu CIF (Cost, Insurance and Freight)

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den CIF Incoterm — Pflichten, Kosten, Versicherung, Gefahrenübergang und Vergleiche mit FOB, CFR und CIP.

Verwandte Klauseln

Verwandte Incoterms

CIF ist nur eine von 11 Incoterms-Klauseln. Entdecken Sie Alternativen für verschiedene Transportszenarien — alle Incoterms im Überblick.

FOB (Free on Board)

Der Käufer organisiert Fracht und Versicherung selbst — mehr Kontrolle, oft günstiger für erfahrene Importeure.

Mehr erfahren

CFR (Cost and Freight)

Wie CIF, aber ohne Versicherungspflicht des Verkäufers. Ideal, wenn Sie eigene Versicherungspolicen bevorzugen.

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FCA (Free Carrier)

Für alle Transportarten. Multimodale Alternative – auch für Luft-, LKW- und Bahntransporte geeignet.

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EXW (Ex Works)

Minimale Pflicht des Verkäufers — Käufer holt die Ware ab Werk ab und organisiert alles selbst.

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