
CIP Incoterm
Carriage and Insurance Paid To — frachtfrei versichert
Wer trägt Fracht und Versicherung? Wo geht das Risiko über? CIP einfach erklärt — mit Preisrechner.
Definition
Was bedeutet CIP? Definition und Übersetzung
CIP (Carriage and Insurance Paid To) ist ein Incoterm der ICC (International Chamber of Commerce), auf Deutsch "frachtfrei versichert". Der Verkäufer trägt die Frachtkosten und schließt eine Allgefahren-Transportversicherung (Institute Cargo Clauses A, mindestens 110 % des Warenwerts) bis zum benannten Bestimmungsort ab. CIP gilt für alle Transportarten — Straße, Schiene, Luft und See.
Wer trägt das Risiko, wenn Container auf dem Seeweg oder per LKW verloren gehen? Der CIP Incoterm (Carriage and Insurance Paid To) — auf Deutsch "frachtfrei versichert" — regelt exakt, wer für Transport, Versicherung und Gefahrenübergang verantwortlich ist. Als eine der 11 Incoterms 2020 gehört CIP zu den wichtigsten Handelsklauseln im internationalen Warenverkehr.
Die CIP Bedeutung lässt sich so zusammenfassen: Der Verkäufer organisiert und bezahlt den Transport bis zum vereinbarten Bestimmungsort und schließt zusätzlich eine umfassende Transportversicherung ab. Anders als CIF (Cost, Insurance and Freight), das nur für Seefracht gilt, ist CIP multimodal einsetzbar — also für Straßentransport, Schiene, Luftfracht und Seefracht gleichermaßen.
Die korrekte Angabe im Kaufvertrag lautet: "CIP [benannter Bestimmungsort], Incoterms 2020" — zum Beispiel "CIP Hamburg, Incoterms 2020".
Pflichten
Pflichten bei CIP — Verkäufer vs. Käufer
Bei der CIP Lieferbedingung trägt der Verkäufer Fracht, Versicherung und Exportzollformalitäten. Der Käufer übernimmt das Risiko ab Übergabe an den Frachtführer und kümmert sich um Einfuhrzoll und Weitertransport.
Pflichten des Verkäufers bei CIP
- Ware an den ersten Frachtführer übergeben
- Frachtkosten bis zum benannten Bestimmungsort tragen
- Transportversicherung abschließen (Clause A — Allgefahrendeckung)
- Mindestdeckung: 110 % des Warenwerts
- Ausfuhrzollabfertigung und Exportformalitäten erledigen
- Transportdokumente bereitstellen
- Exportgerechte Verpackung sicherstellen
Pflichten des Käufers bei CIP
- Risiko ab Übergabe an den ersten Frachtführer tragen
- Einfuhrzoll und Importformalitäten im Zielland erledigen
- Einfuhrabgaben und nationale Steuern bezahlen
- Ggf. zusätzliche Versicherung über Mindestdeckung hinaus abschließen
- Transport ab Bestimmungsort zum Endziel organisieren
- Kaufpreis gemäß Vertrag zahlen
| Pflicht | Verkäufer | Käufer |
|---|---|---|
| Ware bereitstellen & verpacken | Ja | — |
| Übergabe an Frachtführer | Ja | — |
| Ausfuhrzollabfertigung | Ja | — |
| Frachtvertrag abschließen | Ja | — |
| Frachtkosten bis Bestimmungsort | Ja | — |
| Versicherung (Clause A) | Ja | — |
| Transportdokumente | Ja | — |
| Risiko ab Übergabe an Frachtführer | — | Ja |
| Zusätzliche Versicherung | — | Optional |
| Einfuhrzollabfertigung | — | Ja |
| Einfuhrabgaben und Zölle | — | Ja |
| Weitertransport ab Bestimmungsort | — | Ja |
Gefahrenübergang
Gefahrenübergang bei CIP — Wann geht das Risiko über?
Bei CIP geht das Risiko auf den Käufer über, sobald die Ware dem ersten Frachtführer am Versandort übergeben wird — nicht erst am Bestimmungsort. Der Verkäufer zahlt zwar Fracht und Versicherung bis zum Ziel, das Transportrisiko liegt aber ab der Übergabe an den Spediteur beim Käufer.
Der Gefahrenübergang ist der kritischste Punkt beim CIP Incoterm. Er liegt beim ersten Frachtführer am Versandort — genau in dem Moment, in dem die Ware dem Spediteur übergeben wird. Viele Käufer gehen fälschlicherweise davon aus, dass der Verkäufer das Risiko bis zum Bestimmungsort trägt, weil er Fracht und Versicherung bis dorthin bezahlt.
Kernpunkt: Bei CIP fallen Gefahrenübergang und Kostenübergang auseinander. Der Verkäufer zahlt den Transport und die Versicherung bis zum Bestimmungsort, aber das Risiko geht bereits bei der Übergabe an den ersten Frachtführer über. Die Allgefahrenversicherung (Clause A) schützt den Käufer jedoch umfassend gegen Verlust, Diebstahl und Beschädigung.
Praxisbeispiel: Ein Unternehmen in Shanghai liefert CIP Hamburg — das Risiko geht bei Übergabe an den Spediteur in Shanghai über, nicht erst bei Ankunft in Hamburg. Die Versicherung des Verkäufers (Clause A) deckt jedoch den gesamten Transportweg ab.
Werk / Lager
Verkäufer bereitet vor
Verkäufer trägt RisikoFrachtführer
Übergabe an Spediteur
Gefahrenübergang!Transport
Fracht + Versicherung: Verkäufer
Käufer trägt RisikoBestimmungsort
Kostenübergang
Käufer trägt RisikoAchtung: Risiko geht früher über als viele denken!
Bei CIP geht das Risiko bereits bei Übergabe an den ersten Frachtführer am Versandort über — nicht erst am Bestimmungsort. Der Verkäufer zahlt Fracht und Versicherung bis zum Ziel, aber der Risikoübergang liegt deutlich früher. Die Allgefahrenversicherung (Clause A) bietet allerdings umfassenden Schutz.
Versicherung
CIP Versicherung — Clause A im Detail
CIP erfordert eine Versicherung nach Institute Cargo Clauses (A) — die sogenannte Allgefahrendeckung. Diese deckt alle Risiken ab, einschließlich Diebstahl, Beschädigung und Verlust. Die Mindestdeckungssumme beträgt 110 % des Warenwerts.
Die Versicherungspflicht ist das zentrale Unterscheidungsmerkmal des CIP Incoterms. Seit den Incoterms 2020 muss der Verkäufer bei CIP eine Allgefahrenversicherung (Clause A) abschließen — im Gegensatz zu CIF, wo nur Clause C (Basisdeckung) erforderlich ist.
Empfehlung: Legen Sie den genauen Deckungsumfang im Kaufvertrag fest. Obwohl Clause A bereits umfassend schützt, können besondere Warenrisiken (z. B. Temperaturschwankungen bei Lebensmitteln) eine zusätzliche Spezialversicherung erfordern.
| Merkmal | Clause A (CIP) | Clause C (CIF) |
|---|---|---|
| Deckungsumfang | Allgefahrenversicherung | Nur benannte Gefahren |
| Transportart | Alle (multimodal) | Nur Seefracht |
| Diebstahl | Ja — abgedeckt | Nein |
| Beschädigung durch Ladung | Ja — abgedeckt | Nein |
| Piraterie | Ja — abgedeckt | Nein |
| Feuer & Explosion | Ja — abgedeckt | Ja — abgedeckt |
| Deckungssumme | Mind. 110 % Warenwert | Mind. 110 % Warenwert |
| Kosten | Höher | Niedriger |
| Empfehlung | Umfassender Schutz | Nur Basisschutz |
Vergleich
CIP vs. CIF — Der große Vergleich
CIP gilt für alle Transportarten (multimodal) und erfordert eine Allgefahrenversicherung (Clause A). CIF gilt nur für Seefracht und erfordert lediglich eine Basisversicherung (Clause C). Für Container- und Luftfracht ist CIP die korrekte Wahl, CIF nur für klassische Seefracht-Geschäfte.
Der Vergleich CIP vs CIF ist eine der häufigsten Fragen im internationalen Handel. Beide Incoterms verpflichten den Verkäufer zur Zahlung von Fracht und Versicherung, aber die Unterschiede sind erheblich. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick.
| Kriterium | CIP | CIF |
|---|---|---|
| Transportart | Alle Transportarten (multimodal) | Nur Seefracht |
| Versicherung | Clause A (Allgefahren) | Clause C (Basis) |
| Gefahrenübergang | Bei Übergabe an Frachtführer | Bei Verladung an Bord |
| Containerfracht | Empfohlen | Bedingt geeignet |
| Luftfracht | Geeignet | Nicht zulässig |
| Ideal für | Container, Luftfracht, LKW | Reine Seefracht-Geschäfte |
Weitere Vergleiche
CIP vs. CPT und CIP vs. DAP — Die Unterschiede
CIP vs. CPT — Was ist der Unterschied?
CIP und CPT sind nahezu identisch — der einzige Unterschied ist die Versicherung. Bei CIP muss der Verkäufer eine Allgefahren-Transportversicherung (Clause A) abschließen. Bei CPT gibt es keine Versicherungspflicht — der Käufer muss sich selbst absichern.
CIP steht also für "CPT plus Versicherung". Bei wertvoller oder risikoempfindlicher Fracht ist CIP die sicherere Wahl. Bei Standardsendungen mit geringem Risiko kann CPT ausreichen, sofern der Käufer eine eigene Warenversicherung hat.
| Kriterium | CIP | CPT |
|---|---|---|
| Frachtkosten | Verkäufer zahlt bis Bestimmungsort | Verkäufer zahlt bis Bestimmungsort |
| Versicherung | Clause A — Pflicht (Verkäufer) | Keine Pflicht |
| Gefahrenübergang | Bei Übergabe an Frachtführer | Bei Übergabe an Frachtführer |
| Transportart | Alle (multimodal) | Alle (multimodal) |
| Ideal für | Wertvolle / riskante Fracht | Standardsendungen |
CIP vs. DAP — Wann welchen Incoterm wählen?
Bei DAP (Delivered at Place) trägt der Verkäufer Risiko und Kosten bis zum Bestimmungsort — ohne Split. Bei CIP geht das Risiko bereits bei Übergabe an den Frachtführer über, obwohl der Verkäufer Fracht und Versicherung bis zum Ziel zahlt.
DAP bietet dem Käufer mehr Sicherheit, da der Verkäufer das volle Transportrisiko trägt. CIP bietet dem Verkäufer mehr Flexibilität bei der Risikoverteilung. Entscheidungshilfe: Wenn der Käufer maximale Sicherheit will, ist DAP die bessere Wahl. Wenn die Kosten optimiert werden sollen, bietet CIP Vorteile.
| Kriterium | CIP | DAP |
|---|---|---|
| Gefahrenübergang | Bei Übergabe an Frachtführer | Am Bestimmungsort |
| Kostenübergang | Am Bestimmungsort | Am Bestimmungsort |
| Versicherung | Clause A — Pflicht (Verkäufer) | Keine Pflicht (Risiko beim Verkäufer) |
| Risiko-Split | Ja (Kosten ≠ Risiko) | Nein (beides beim Verkäufer) |
| Ideal für | Kosten optimieren | Maximale Sicherheit für Käufer |
Praxisbeispiel
CIP Praxisbeispiel — Elektronikteile aus China
Ein konkretes Szenario zeigt, wie der CIP Incoterm in der Praxis funktioniert — von der Vereinbarung bis zur Lieferung.
Vereinbarung
Eine deutsche Firma importiert Elektronikteile aus Shenzhen, China. Im Kaufvertrag wird vereinbart: „CIP Hamburg, Incoterms 2020".
Verkäufer (Shenzhen)
Der Verkäufer verpackt die Ware, erledigt den chinesischen Exportzoll und organisiert den Transport Shenzhen — Hamburg. Er schließt eine Allgefahrenversicherung (Clause A, 110 % des Warenwerts) ab.
Gefahrenübergang
Bei Übergabe der Container an den Frachtführer in Shenzhen geht das Risiko auf den deutschen Käufer über. Die Clause-A-Versicherung des Verkäufers deckt ab diesem Zeitpunkt alle Transportrisiken ab.
Transport
Die Ware wird per Seefracht von Shenzhen nach Hamburg transportiert. Der Verkäufer zahlt alle Frachtkosten. Bei Beschädigung oder Verlust greift die Allgefahrenversicherung.
Käufer (Hamburg)
Am Bestimmungsort Hamburg endet die Kostenpflicht des Verkäufers. Der Käufer erledigt die Einfuhrzollabfertigung, zahlt Einfuhrzoll und organisiert den Transport Hamburg — Lager.
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Empfehlung
Wann CIP verwenden — und wann nicht?
CIP ist vielseitig, aber nicht immer die beste Wahl. Die Entscheidung hängt von Transportart, Warenwert und der gewünschten Risikoverteilung ab.
CIP empfohlen für
- Multimodale Transporte (Straße + See + Schiene)
- Wertvolle Fracht mit hohem Verlustrisiko
- Container- und Luftfrachtsendungen
- Käufer, die umfassenden Versicherungsschutz wünschen
- Internationale Sendungen mit mehreren Transportetappen
CIP nicht empfohlen für
- Reine Seefracht ohne Container (besser CIF verwenden)
- Sehr kurze, risikoarme Inlandsstrecken
- Käufer, die maximale Kontrolle über den Transport wünschen (besser DAP oder DDP)
- Sendungen, bei denen der Käufer günstigere eigene Versicherungen hat (besser CPT)
- Käufer, die das Risiko vollständig beim Verkäufer belassen wollen (besser DAP)
Fehler vermeiden
5 häufige Fehler bei CIP — und wie Sie sie vermeiden
Diese Fehler sehen wir regelmäßig bei CIP-Verträgen. Jeder einzelne kann zu erheblichen finanziellen Nachteilen führen.
Bestimmungsort zu ungenau angeben
Ohne exakte Adresse kann es zu Streit über Entladekosten kommen. Besser: „CIP Hamburger Hafen, Terminal XY, Incoterms 2020" statt nur „CIP Hamburg".
Versicherungsumfang nicht prüfen
Clause A bietet umfassenden Schutz, aber bei Spezialwaren (temperaturempfindliche Güter, Gefahrgut) können Ausschlüsse gelten. Prüfen Sie den Deckungsumfang im Kaufvertrag.
CIF statt CIP bei Containerfracht verwenden
CIF ist nur für Seefracht vorgesehen. Bei Containertransporten oder multimodalen Sendungen ist CIP die korrekte Wahl — mit umfassenderer Versicherung.
„Incoterms 2020" nicht angeben
Ohne Versionsangabe können ältere Fassungen herangezogen werden. Seit 2020 erfordert CIP Clause A — in älteren Versionen war nur Clause C Pflicht.
Risikoübergang falsch einschätzen
Das Risiko geht bei Übergabe an den ersten Frachtführer über — nicht erst am Bestimmungsort. Die Versicherung schützt zwar, aber Schadensabwicklung kann zeitaufwändig sein.
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Häufig gestellte Fragen zu CIP (Carriage and Insurance Paid To)
Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den CIP Incoterm — Pflichten, Kosten, Versicherung, Gefahrenübergang und Vergleiche mit CIF, CPT und DAP.
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