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DPU Incoterm (Delivered At Place Unloaded)
Geliefert benannter Ort entladen

DPU Incoterm einfach erklärt: Der einzige Incoterm mit Entladepflicht. Pflichten, Kosten und Gefahrenübergang -Frachtpreise in 20 Sekunden berechnen.

11
Incoterms 2020
Klauseln der ICC
DPU
Entladen
Einziger mit Entladepflicht
D-Gruppe
Ankunftsklausel
Mit DAP & DDP
140+
Länder
Weltweit anerkannt
Aktualisiert: Februar 2026

Definition

Was bedeutet DPU Incoterm?

DPU steht für Delivered At Place Unloaded (deutsch: Geliefert benannter Ort entladen) und ist einer der 11 Incoterms 2020 der Internationalen Handelskammer (ICC). DPU ist der einzige Incoterm, bei dem der Verkäufer die Ware am vereinbarten Bestimmungsort entladen muss. Der Verkäufer trägt alle Kosten und Risiken bis zur abgeschlossenen Entladung, danach gehen Kosten und Gefahren auf den Käufer über.

Der DPU Incoterm gehört zur D-Gruppe (Ankunftsklauseln) der Incoterms 2020, zusammen mit DAP (Delivered At Place) und DDP (Delivered Duty Paid). Bei allen D-Klauseln liefert der Verkäufer die Ware bis zum Bestimmungsort -der entscheidende Unterschied liegt im Detail der Pflichtverteilung.

Das zentrale Alleinstellungsmerkmal von DPU: Es ist der einzige Incoterm mit Entladepflicht des Verkäufers. Bei allen anderen 10 Klauseln -auch innerhalb der D-Gruppe -muss der Käufer die Entladung selbst organisieren. DPU gilt für alle Transportmittel (multimodal): LKW, Seefracht, Luftfracht und Bahn.

Die korrekte Angabe im Vertrag lautet: "DPU [benannter Ort], Incoterms 2020" -zum Beispiel "DPU Hamburg Hafen, Incoterms 2020". Die Angabe der Fassung (2020) verhindert Verwechslungen mit älteren Versionen.

DPU in den Incoterms 2020

Die Incoterms 2020 umfassen 11 Klauseln in 4 Gruppen: E-Gruppe (EXW), F-Gruppe (FCA, FAS, FOB), C-Gruppe (CFR, CIF, CPT, CIP) und D-Gruppe (DAP, DPU, DDP). DPU liegt in der Pflichtenstufung zwischen DAP und DDP: Mehr Verantwortung als DAP (wegen der Entladung), aber weniger als DDP (kein Einfuhrzoll).

Von DAT zu DPU -Was hat sich geändert?

DPU ersetzt seit den Incoterms 2020 die frühere Klausel DAT (Delivered At Terminal). Der wesentliche Unterschied: DAT war auf Terminals beschränkt (Hafen, Flughafen, Güterbahnhof), während DPU für jeden vereinbarten Ort gilt -auch Lager, Baustellen oder Fabriken. Die Entladepflicht des Verkäufers bleibt unverändert.

Bis 2019 hieß die Klausel DAT (Delivered At Terminal). Mit der Revision der Incoterms 2020 wurde DAT in DPU umbenannt und inhaltlich erweitert. Der Grund: In der Praxis wurde häufig auch an Orten entladen, die kein Terminal im klassischen Sinne waren. DPU trägt dieser Realität Rechnung und erlaubt als Bestimmungsort jeden Ort -ob Lager, Fabrikgelände, Baustelle oder Hafenterminal.

Pflichten

Pflichten bei DPU -Verkäufer und Käufer

Bei DPU trägt der Verkäufer umfangreiche Verantwortung -bis hin zur Entladung am Bestimmungsort. Der Käufer übernimmt erst danach.

Verkäuferpflichten

  • Ware transportgerecht verpacken
  • Ausfuhrzollabwicklung (Exportformalitäten)
  • Transport zum Bestimmungsort organisieren
  • Alle Transportkosten tragen
  • Entladung am Bestimmungsort (DPU-Kernpflicht)
  • Exportdokumente bereitstellen

Käuferpflichten

  • Einfuhrzollabwicklung (Importformalitäten)
  • Einfuhrzölle und Steuern zahlen
  • Weitertransport ab Bestimmungsort
  • Transportversicherung (freiwillig, aber empfohlen)
PflichtVerkäuferKäufer
VerpackungJa--
AusfuhrzollabwicklungJa--
Transport zum BestimmungsortJa--
TransportkostenJa--
Transportversicherung-- (freiwillig)-- (freiwillig)
Entladung am BestimmungsortJa (PFLICHT!)--
Einfuhrzollabwicklung--Ja
Einfuhrzoll / Steuern--Ja
Weitertransport ab Bestimmungsort--Ja

Besonderheit Entladepflicht

Bei DPU ist der Verkäufer für die Entladung der Ware am Bestimmungsort verantwortlich. Er trägt die Kosten und Risiken des Entladevorgangs. DPU ist der einzige der 11 Incoterms 2020, bei dem die Entladepflicht explizit beim Verkäufer liegt. Wenn der Käufer die Entladung selbst übernehmen soll, ist stattdessen die Klausel DAP zu verwenden.

Der Verkäufer muss sicherstellen, dass die Entladung am Bestimmungsort tatsächlich möglich ist. Das bedeutet: Er muss geeignete Ausrüstung (Kran, Gabelstapler) und qualifiziertes Personal bereitstellen oder beauftragen. Die Entladekosten sollten bei der Preiskalkulation unbedingt berücksichtigt werden.

Gefahrenübergang

Gefahrenübergang und Kostenübergang bei DPU

Bei DPU gehen Kosten und Gefahren vom Verkäufer auf den Käufer über, sobald die Ware am vereinbarten Bestimmungsort entladen wurde. Der Verkäufer trägt alle Risiken bis einschließlich Entladung. Danach ist der Käufer für Einfuhrzoll, Steuern und Weitertransport verantwortlich.

Der Gefahrenübergang (Risikoübergang) ist der kritischste Punkt bei jedem DPU Incoterm-Vertrag. Bei DPU liegt er am spätestmöglichen Punkt innerhalb der Transportkette vor der Einfuhr: nach der vollständigen Entladung am Bestimmungsort. Der Kostenübergang findet zum gleichen Zeitpunkt statt -anders als bei manchen anderen Incoterms, wo Kosten- und Risikoübergang auseinanderfallen können.

Praxistipp: Vereinbaren Sie den Bestimmungsort und die Entladestelle so genau wie möglich. Eine unklare Entladestelle birgt erhebliches Streitpotenzial -etwa wenn unklar ist, ob die Entladung am Kai, am Lagertor oder innerhalb des Lagers erfolgen soll.

Transport

Zum Bestimmungsort

Verkäufer trägt Risiko

Ankunft

Am Bestimmungsort

Verkäufer trägt Risiko

Entladung

Durch den Verkäufer

Gefahrenübergang

Nach Entladung

Einfuhr & Weitertransport

Käufer trägt Risiko

Wichtig: Entladestelle genau definieren

Eine unpräzise Angabe der Entladestelle führt häufig zu Streitigkeiten. Geben Sie im Vertrag exakt an, wo die Entladung erfolgt -z. B. "DPU Lagertor Halle 3, Industriestraße 12, 20457 Hamburg, Incoterms 2020".

Vergleich

DPU vs DAP -Der entscheidende Unterschied

Der einzige Unterschied zwischen DPU und DAP (Delivered At Place) ist die Entladung: Bei DPU muss der Verkäufer die Ware am Bestimmungsort entladen, bei DAP muss der Käufer die Entladung selbst organisieren. Alle anderen Pflichten -Transport, Ausfuhrzoll, Risikoübergang -sind identisch.

Die Entscheidung zwischen DPU und DAP hängt davon ab, wer die bessere Entlade-Infrastruktur besitzt. Hat der Verkäufer spezielle Entladeausrüstung (Kran, Spezialpersonal) oder liefert er schwere Maschinen, ist DPU sinnvoll. Verfügt der Käufer über eigene Gabelstapler und Lagerpersonal, ist DAP die schlankere Wahl.

KriteriumDPU (Geliefert entladen)DAP (Geliefert benannter Ort)
Vollständiger NameDelivered At Place UnloadedDelivered At Place
Transport zum BestimmungsortVerkäuferVerkäufer
EntladungVerkäuferKäufer
GefahrenübergangNach EntladungBei Ankunft (vor Entladung)
EinfuhrzollKäuferKäufer
Geeignet wennVerkäufer kann entladenKäufer hat Entlade-Equipment

Vergleich

DPU vs DDP -Wann welche Klausel?

Während bei DPU der Verkäufer die Entladung übernimmt, geht DDP (Delivered Duty Paid) noch einen Schritt weiter: Der Verkäufer zahlt auch den Einfuhrzoll und alle Einfuhrsteuern. DDP bedeutet maximale Verantwortung für den Verkäufer -ein "Sorglos-Paket" für den Käufer. Bei DPU hingegen kümmert sich der Käufer um die Einfuhrformalitäten, was sinnvoll ist, wenn er die lokalen Zollregeln besser kennt.

KriteriumDPUDDP
EntladungVerkäuferKäufer
EinfuhrzollKäuferVerkäufer
Einfuhrsteuer / MwStKäuferVerkäufer
Kostenrisiko VerkäuferMittel-HochMaximal
Geeignet wennVerkäufer kontrolliert Entladung, Käufer kennt ZollregelnVerkäufer übernimmt alles (Sorglos-Paket)

Praxisbeispiele

Wann DPU verwenden? Praxisbeispiele

DPU ist ideal, wenn der Verkäufer über spezielle Entladeausrüstung verfügt. Drei konkrete Szenarien zeigen, wann DPU die richtige Wahl ist.

Maschinenbauer liefert Anlage

Ein Maschinenbauer liefert eine 12-Tonnen-Produktionsanlage zur Baustelle des Käufers. "DPU Baustelle Industriepark Mitte, Incoterms 2020".

  • Verkäufer bringt Schwerlastkran und Fachpersonal mit
  • Entladung erfordert Spezialwissen
  • DPU ist hier die logische Wahl

Container-Lieferung zum Lager

Ein Exporteur liefert 2 Container Konsumgüter an das Distributionslager. "DPU Logistikzentrum Bremen, Incoterms 2020".

  • Verkäufer organisiert Container-Entladung mit Stapler
  • Käufer hat kein eigenes Entlade-Equipment
  • Käufer übernimmt ab Lagertor

Seefracht zum Hafenterminal

Stückgut per Seefracht aus China wird am Hamburger Hafen entladen. "DPU Terminal Burchardkai Hamburg, Incoterms 2020".

  • Früher als DAT (Delivered At Terminal) bekannt
  • Verkäufer organisiert Hafenentladung
  • Käufer kümmert sich um Einfuhr + Weitertransport

Wann Sie besser DAP statt DPU wählen

Wenn der Käufer eigene Entlade-Infrastruktur besitzt (Gabelstapler, Kran, Lagerpersonal), ist DAP die einfachere und kostengünstigere Wahl. Der Verkäufer spart die Entladekosten, und der Käufer behält die Kontrolle über den Wareneingang.

Kostenverteilung

Kosten bei DPU -Was zahlt wer?

Bei DPU trägt der Verkäufer die Kosten für Verpackung, Inlandtransport, Ausfuhrzoll, Hauptfracht und Entladung am Bestimmungsort. Der Käufer zahlt Einfuhrzoll, Einfuhrsteuern und den Weitertransport ab Bestimmungsort. Eine Transportversicherung ist bei DPU für keine Partei verpflichtend, wird aber empfohlen.

Die Kostenverteilung bei DPU belastet den Verkäufer stärker als bei den meisten anderen Incoterms. Besonders die Entladekosten -etwa für Kran, Gabelstapler oder Fachpersonal -können je nach Warenart erheblich sein und sollten in der Preiskalkulation berücksichtigt werden.

Versicherungspflicht: Bei DPU besteht keine vertragliche Pflicht zur Transportversicherung. Da der Verkäufer jedoch bis zur Entladung das volle Risiko für Verlust oder Beschädigung trägt, ist eine Transportversicherung dringend empfohlen. Die Prämien liegen typischerweise bei 0,3-0,5 % des Warenwertes.

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Verkäufer trägt

Verpackung der WareVerkäufer
Inlandtransport (Abholung)Verkäufer
AusfuhrzollgebührenVerkäufer
HauptfrachtkostenVerkäufer
Entladekosten am BestimmungsortVerkäufer

Käufer trägt

EinfuhrzollgebührenKäufer
Einfuhrsteuern (MwSt, Verbrauchsteuern)Käufer
Weitertransport ab BestimmungsortKäufer
Transportversicherung (empfohlen)Käufer

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Häufig gestellte Fragen zu DPU (Delivered At Place Unloaded)

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den DPU Incoterm -Entladepflicht, Kosten, Gefahrenübergang und Vergleiche.

Verwandte Klauseln

Verwandte Incoterms

DPU ist eine von 11 Incoterms-Klauseln. Entdecken Sie Alternativen für verschiedene Transportszenarien - alle Incoterms im Überblick.

DAP (Delivered at Place)

Verkäufer liefert bis zum Bestimmungsort -ohne Entladepflicht. Käufer entlädt selbst.

Mehr erfahren

DDP (Delivered Duty Paid)

Maximale Verkäuferverpflichtung -Verkäufer trägt alle Kosten inklusive Einfuhrzoll und Steuern.

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EXW (Ex Works)

Minimale Verkäuferverpflichtung -Gegenstück zur D-Gruppe. Käufer organisiert alles ab Werk.

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FOB (Free on Board)

Verkäufer trägt Kosten bis zur Schiffsverladung. Klassische Klausel für Seefracht-Transporte.

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FCA (Frei Frachtführer)

Verkäufer übergibt an Frachtführer und erledigt Exportzoll. Flexibel für alle Transportarten.

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