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Ladungssicherung
Alles, was Verlader wissen müssen

Arten, Vorschriften, Hilfsmittel und Praxis-Checkliste — von Logistik-Experten erklärt.

5.400
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Hohes Interesse
§ 22
StVO
Rechtsgrundlage
3
Arten der Sicherung
Form-, Kraft-, Kombischluss
50.000 €
Max. Bußgeld
Für Unternehmer
Aktualisiert: April 2026

Grundlagen

Was ist Ladungssicherung? — Definition und Grundlagen

Ladungssicherung bezeichnet das Befestigen und Sichern von Frachtgütern beim Transport gegen physikalische Bewegungskräfte. Beim Bremsen wirken bis zu 0,8g nach vorne, bei Kurvenfahrt 0,5g seitlich. Die zwei Grundprinzipien sind formschlüssige Sicherung (lückenloses Laden, Blockieren) und kraftschlüssige Sicherung (Niederzurren). Rechtsgrundlage in Deutschland ist § 22 StVO in Verbindung mit der Richtlinie VDI 2700.

Jedes Jahr entstehen in Deutschland Schäden in Millionenhöhe durch mangelnde Ladungssicherung. Dabei lässt sich das Risiko mit den richtigen Methoden und Hilfsmitteln nahezu eliminieren. Korrekte Ladungssicherung schützt nicht nur die transportierten Güter, sondern vor allem die Verkehrssicherheit aller Beteiligten.

Beim Transport wirken erhebliche physikalische Kräfte auf die Ladung. Diese müssen durch geeignete Maßnahmen aufgefangen werden, damit nichts verrutscht, umfällt oder herabfällt. Drei zentrale Gründe machen Ladungssicherung unverzichtbar: Verkehrssicherheit (Schutz anderer Verkehrsteilnehmer), Schadenverhütung (Schutz der Ware und des Fahrzeugs) und gesetzliche Pflicht (§ 22 StVO, VDI 2700).

Beschleunigungskräfte beim Transport

FahrsituationBeschleunigungsfaktorRichtungBedeutung
Vollbremsung0,8gNach vorneStärkste Kraft — Stirnwand entscheidend
Kurvenfahrt0,5gSeitlichSeitliche Sicherung notwendig
Beschleunigung0,5gNach hintenHeckklappe/Rückwand sichern
Vertikalkraft1,0gNach oben/untenEigengewicht + Stöße (Schlaglöcher)

Sicherungsmethoden

Arten der Ladungssicherung — formschlüssig, kraftschlüssig, kombiniert

Es gibt drei Arten der Ladungssicherung: 1) Formschlüssige Ladungssicherung — die Ladung wird lückenlos geladen oder durch Einbauten blockiert. 2) Kraftschlüssige Ladungssicherung — Zurrgurte pressen die Ladung auf die Ladefläche (Niederzurren), wodurch Reibkraft die Ladung sichert. 3) Kombinierte Ladungssicherung — Kombination beider Methoden, z. B. Niederzurren plus Blockieren an der Stirnwand.

Formschlüssige Ladungssicherung

Die Ladung wird durch den Fahrzeugaufbau oder Einbauten geometrisch blockiert. Typische Methoden:

  • Blockieren an Stirnwand/Seitenwänden
  • Lückenloses Laden (kein Spalt)
  • Direktzurren (Diagonal-/Schrägzurren)

Ideal für: Schwere, formstabile Ladung

Kraftschlüssige Ladungssicherung

Zurrgurte pressen die Ladung auf die Ladefläche. Die erhöhte Reibkraft verhindert Verrutschen. Das Prinzip heißt Niederzurren.

  • Niederzurren mit Zurrgurten
  • Antirutschmatten erhöhen Reibbeiwert
  • Vorspannkraft korrekt einstellen

Ideal für: Paletten, Kisten auf ebener Ladefläche

Kombinierte Ladungssicherung

Der Praxis-Normalfall: Beide Methoden werden kombiniert, um die Ladung maximal zu sichern.

  • Niederzurren + Blockieren an Stirnwand
  • Kopfschlinge + Antirutschmatte
  • Klemmbalken + Zurrgurte

Ideal für: Nahezu alle Transportszenarien

KriteriumFormschlussKraftschlussKombination
WirkprinzipGeometrisches BlockierenReibkraft (Niederzurren)Beides kombiniert
Typische HilfsmittelStirnwand, Klemmbalken, KeileZurrgurte, AntirutschmattenAlle genannten
VorteilSehr hohe SicherungskraftFlexibel, schnell anwendbarMaximale Sicherheit
NachteilBraucht passenden AufbauAllein oft nicht ausreichendHöherer Aufwand
Praxis-HäufigkeitSelten alleinHäufig als BasisStandard-Praxis

Ausrüstung

Hilfsmittel zur Ladungssicherung — Übersicht

Von Zurrgurten über Antirutschmatten bis Klemmbalken: Alle gängigen Hilfsmittel mit Einsatzgebiet und Preisspanne im Überblick.

Die Wahl der richtigen Hilfsmittel ist entscheidend für eine wirksame Ladungssicherung. Zurrgurte (auch Spanngurte genannt) sind das universellste Sicherungsmittel — erhältlich mit Zugkräften von 2.500 bis 10.000 daN als einteilige oder zweiteilige Ausführung. Für schwere Lasten wie Stahlträger oder Maschinen kommen Zurrketten zum Einsatz.

Antirutschmatten sind ein oft unterschätztes Hilfsmittel: Sie erhöhen den Reibbeiwert (Gleitreibungskoeffizient) von µ = 0,3 auf µ = 0,6 und reduzieren damit die benötigte Anzahl an Zurrgurten erheblich. Zurrnetze eignen sich besonders für Stückgut und Kleinteile, während Klemmbalken und Ladebalken für den Formschluss im Fahrzeugaufbau sorgen. Kantenschutz schützt sowohl die Gurte als auch die Ladung an scharfen Kanten. Für Rundgut wie Fässer oder Holzstämme sind Keile und Unterlegkeile unverzichtbar.

HilfsmittelAnwendungVorteilPreisspanne
Zurrgurte / SpanngurteNiederzurren, DirektzurrenUniversell, leicht, günstig15–80 €
ZurrkettenSchwerlast (Maschinen, Stahl)Höchste Belastbarkeit50–200 €
AntirutschmattenUnter Paletten, KistenReibbeiwert von 0,3 auf 0,610–40 €
ZurrnetzeStückgut, KleinteileFlexible Abdeckung30–120 €
Klemmbalken / LadebalkenFormschluss im AufbauSchnelle Montage40–150 €
SperrstangenVertikale SicherungKein Verrutschen seitlich30–100 €
KantenschutzUnter Gurten an KantenSchutz für Gurt und Ladung5–20 €
Keile / UnterlegkeileRundholz, Rollen, FässerFormschluss für Rundgut10–30 €

Fahrzeugtypen

Ladungssicherung nach Fahrzeugtyp

Ob LKW, Transporter, PKW oder Anhänger — jeder Fahrzeugtyp stellt eigene Anforderungen an die Ladungssicherung.

Ladungssicherung im LKW

Der Standard bei der LKW-Ladungssicherung: Zurrgurte und Antirutschmatten. Mindestens 4 Zurrpunkte pro Seite (EN 12640). Die VDI 2700 ist die Pflicht-Richtlinie.

  • Curtainsider: Besondere Sorgfalt nötig (Plane ≠ Wand)
  • Kofferaufbau: Stirnwand als Formschluss nutzbar
  • Code-XL-Aufbauten bieten zertifizierte Sicherungskraft

Ladungssicherung im Transporter

Transporter und Kastenwagen haben oft ab Werk keine Zurrpunkte. Nachrüstung mit Airline-Schienen und Trennwänden ist empfehlenswert.

  • Einbauten: Trennwände, Airline-Schienen nachrüsten
  • Ladungssicherungsnetze als Trennvorhang
  • Sortimo-Systeme für Handwerker-Fahrzeuge

Ladungssicherung im PKW und PKW-Anhänger

Im PKW stehen Gepäcknetze, Spanngurte und Antirutschmatten zur Verfügung. Bei Verstößen drohen 35–150 EUR Bußgeld plus bis zu 3 Punkte bei Gefährdung.

  • Kofferraum: Gepäcknetze, Antirutschmatten
  • PKW-Anhänger: Zurrgurte + Radsicherung
  • Fahrzeug auf Anhänger: Radzurrgurte + Keile

Ladungssicherung auf dem Anhänger

Anhänger erfordern besondere Aufmerksamkeit, da sie durch ihr Fahrverhalten zusätzliche Kräfte auf die Ladung ausüben.

  • Offener Anhänger: Planen, Netze, Spanngurte
  • Geschlossener Anhänger: Antirutschmatten + Klemmbalken
  • Schwerlast: Zurrketten + Unterlegkeile

Recht & Vorschriften

Vorschriften und Rechtsgrundlagen

Die gesetzliche Grundlage für Ladungssicherung in Deutschland bildet § 22 StVO: Ladung ist so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei einer Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen oder herabfallen kann.

Die VDI 2700 ergänzt die gesetzlichen Vorgaben um konkrete, technische Berechnungsgrundlagen und ist die zentrale Richtlinie für Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen. Europäische Normen regeln die Anforderungen an Zurrmittel (EN 12195-1 bis -4), Zurrpunkte (EN 12640) und Fahrzeugaufbauten (EN 12642, Code XL/L). Ergänzend gibt die DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) Empfehlungen für die betriebliche Praxis.

Wer ist für die Ladungssicherung verantwortlich?

Für die Ladungssicherung sind nach § 22 StVO alle am Transport Beteiligten verantwortlich: der Absender (transportgerechte Verpackung), der Verlader (fachgerechtes Verladen), der Frachtführer (Kontrolle der Sicherung), der Fahrzeugführer (Prüfung vor Fahrtantritt) und der Fahrzeughalter (geeignetes Fahrzeug bereitstellen). Bei Verstößen drohen Bußgelder von 35 bis 150 EUR für Fahrer und bis zu 50.000 EUR für Unternehmer.

Absender/Verlader: Fachgerechtes Verladen und transportgerechte Verpackung
Frachtführer/Spediteur: Kontrolle der Ladungssicherung vor Fahrtantritt
Fahrzeugführer: Letzte Kontrolle, unterwegs nachsichern (z. B. nach 50 km)
Fahrzeughalter: Geeignetes, verkehrssicheres Fahrzeug bereitstellen

Bußgelder bei Verstößen

VerstoßBußgeldPunkte
Mangelhafte Sicherung (ohne Gefährdung)35 €
Mit Gefährdung60 €1 Punkt
Mit Sachbeschädigung75 €1 Punkt
Schwere Verstößebis 150 €3 Punkte
Unternehmer/Verlader (Ordnungswidrigkeit)bis 50.000 €

Wichtig: Alle tragen Mitverantwortung

Bei einem Unfall durch mangelnde Ladungssicherung können alle Beteiligten — vom Fahrer bis zum Unternehmer — strafrechtlich belangt werden. Die Verantwortung kann nicht auf eine einzelne Partei abgewälzt werden.

Berechnung

Ladungssicherung berechnen — Formeln und Beispiele

Die Berechnung der erforderlichen Sicherungskraft ist kein Hexenwerk. Grundformel: Sicherungskraft = Ladungsgewicht × Beschleunigungsfaktor. Beim Niederzurren wird die erforderliche Vorspannkraft wie folgt bestimmt:

Formel: Vorspannkraft beim Niederzurren

F_V = (c × F_G × sin α) / (µ × n)
F_V= Erforderliche Vorspannkraft je Gurt
c= Beschleunigungsfaktor (z. B. 0,8 bei Bremsung)
F_G= Gewichtskraft der Ladung (m × g)
µ= Reibbeiwert (Gleitreibungskoeffizient)
n= Anzahl der Gurte

Reibbeiwerte (Gleitreibungskoeffizient µ)

MaterialpaarungReibbeiwert µ
Holz auf Holz (trocken)0,20 – 0,50
Holz auf Stahl (trocken)0,20 – 0,50
Stahl auf Stahl (trocken)0,10 – 0,20
Mit Antirutschmatte0,60 – 0,80

Praxis-Beispiel: 1.000 kg Europalette

Ohne Antirutschmatte (µ = 0,3):

2 Zurrgurte benötigt, je ca. 1.333 daN Vorspannkraft

Mit Antirutschmatte (µ = 0,6):

2 Zurrgurte benötigt, je ca. 667 daN Vorspannkraft

Ersparnis durch Antirutschmatte50 % weniger Kraft

Checkliste

Praxis-Checkliste für sichere Transporte

Diese 10 Punkte vor jeder Fahrt durchgehen — dann sind Sie auf der sicheren Seite. Am besten ausdrucken und ins Fahrzeug legen.

1
Ladefläche sauber und frei von Öl/Fett?
2
Zurrmittel geprüft (Etikett lesbar, keine Schäden)?
3
Antirutschmatten ausgelegt?
4
Ladung formschlüssig an Stirnwand?
5
Lücken mit Füllmaterial geschlossen?
6
Zurrgurte mit korrekter Vorspannkraft angezogen?
7
Kantenschutz an scharfen Kanten angebracht?
8
Ladungsverteilung: Schwerpunkt mittig, niedrig?
9
Zulässiges Gesamtgewicht nicht überschritten?
10
Kontrolle nach den ersten 50 km?

Basierend auf VDI 2700 und den Empfehlungen der DGUV. Bei unsicherer Ladung: Weiterfahrt nicht antreten und nachsichern.

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Häufig gestellte Fragen zur Ladungssicherung

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