Letztes Update: 7. April 2026
Dieser Artikel wird laufend mit den neuesten Daten zu Containerpreisen, geopolitischen Entwicklungen und Frachtraten aktualisiert. Neu im April-Update: Drewry-Container-Index erreicht 2.443 USD/40ft auf der Route Shanghai–Rotterdam (+19 % in einer Woche), Maersk kündigt generelle Ratenerhöhung an, TIMOCOM-Frachtanteil erreicht 83 % (Höchstwert seit 2023).
Die Iran-Krise hat sich im April 2026 weiter verschärft: Der Drewry World Container Index ist innerhalb einer Woche um 8 Prozent auf 2.123 USD pro 40-Fuß-Container gestiegen, auf der Strecke Shanghai–Rotterdam sogar um 19 Prozent auf 2.443 USD. Maersk hat eine generelle Ratenerhöhung angekündigt, Reedereien geben ihre Pläne für eine Rückkehr durch den Suezkanal auf — und das TIMOCOM Transportbarometer meldet mit 83 Prozent Frachtanteil den höchsten Wert seit drei Jahren.
Was bedeutet die aktuelle Lage im internationalen Frachtverkehr konkret für deutsche Importeure und Exporteure? Dieser Artikel liefert die Daten, Hintergründe und Handlungsempfehlungen — Stand 7. April 2026. Ob Seefracht aus China, Landfracht innerhalb Europas oder Luftfracht — kein Transportmodus bleibt verschont. Doch die Krise bietet auch Chancen, wenn du jetzt die richtigen Maßnahmen ergreifst.
In diesem Artikel analysieren wir die geopolitische Lage inklusive der Straße von Hormus, präsentieren konkrete Drewry- und SCFI-Zahlen, dokumentieren die Reederei-Aktionen im April 2026, vergleichen alle vier Transportmodi (See, Bahn, Luft und LKW) und geben dir 10 konkrete Handlungsempfehlungen für dein Unternehmen.
Geopolitik April 2026
Iran-Krieg, Hormus und Rotes Meer — die Lage im April 2026
Der Iran-Krieg ist im April 2026 in einer aktiven Phase. Energie- und Ölmärkte stehen unter massivem Druck, US-Präsident Trump prüft eine Öl-Kontrolle gegen den Iran als Druckmittel gegenüber China — mit weiterem Eskalationspotential. Im Zentrum der Frachtkrise steht die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Meerengen der Weltwirtschaft.
Reedereien wie Hapag-Lloyd und Maersk haben ihre Pläne für eine schrittweise Rückkehr durch den Suezkanal ausgesetzt. Die Route über das Kap der Guten Hoffnung ist damit zur „neuen Realität" für den Asien-Europa-Verkehr geworden — sie addiert 10–14 Tage auf die reguläre Transitzeit und erhöht den Bunker-Treibstoffverbrauch erheblich. Parallel wirkt eine zunehmende LNG-Knappheit durch die konsequente Iran-Blockade preistreibend.
Es ist nicht das erste Mal, dass geopolitische Risiken die Handelsrouten erschüttern: COVID 2020/21, „Ever Given" 2021, Houthi-Angriffe 2024 und jetzt die Iran-Krise 2025/26. Die kumulative Belastung trifft auf ein System, das sich von keiner der vorherigen Störungen vollständig erholt hat — die Iran-Krise April 2026 ist jedoch die bislang gravierendste, weil sie See-, Luft- und Energiemärkte gleichzeitig belastet.
Was bedeutet die Straße von Hormus aktuell?
Die Straße von Hormus ist eine 39 km breite Meerenge zwischen Iran und Oman, durch die etwa 20 Prozent des weltweiten Öltransports und ein erheblicher Anteil des Containerverkehrs zwischen Asien und Europa führt. Im April 2026 ist die Passage durch die Iran-Krise stark belastet — Reedereien zahlen War-Risk-Surcharges, Versicherungsprämien sind deutlich gestiegen, und einige Linien meiden die Region ganz, was zu Umleitungen und längeren Transitzeiten führt.

Die Umleitung über das Kap der Guten Hoffnung verlängert die Transitzeit um 10–14 Tage.
Krisen-Timeline: Frachtverkehr 2020–2026
2020–21
COVID-19
Hafenschließungen, Containerknappheit, globaler Nachfrage-Schock
März 2021
Suezkanal-Blockade
"Ever Given" blockiert 6 Tage lang die wichtigste Handelsroute
2024
Houthi-Angriffe
Angriffe im Roten Meer zwingen Reedereien zur Umleitung um Afrika
April 2026
Iran-Krieg & Hormus
Iran-Krieg aktiv, Suez-Rückkehr ausgesetzt, Drewry +8 % w/w
Marktdaten April 2026
Containerpreise & Frachtraten April 2026 — die konkreten Daten
Im April 2026 kostet ein 20ft-Container im Spotmarkt 2.800–4.800 USD, ein 40ft-Container 4.500–8.500 USD. Der Drewry World Container Index liegt bei 2.123 USD/40ft, der Shanghai Containerized Freight Index bei 1.710 Punkten (+15 % binnen einer Woche). Treiber sind die Iran-Krise, gestiegene Bunker-Treibstoffkosten und War-Risk-Aufschläge auf Asien-Europa-Routen.
Die Frachtraten haben in der Woche bis zum 7. April 2026 deutlich angezogen. Die Fernrouten Asien–Europa ziehen aufgrund der Iran-Krise und steigender Bunkeröl-Treibstoffkosten kräftig an. Innerhalb Asiens herrscht hingegen Überkapazität durch zusätzliche Schiffe nach den chinesischen Fabrikferien — der Intra-Asia-Index gibt um 5 % nach.
Container-Indizes April 2026
| Index / Route | Wert | Änderung w/w | Quelle |
|---|---|---|---|
| Drewry World Container Index (gesamt) | 2.123 USD/40ft | +8 % | Drewry |
| Shanghai → Rotterdam | 2.443 USD/40ft | +19 % | Drewry WCI |
| Shanghai → Genua | ~2.500 USD/40ft | zweistellig + | Drewry WCI |
| Shanghai Containerized Freight Index (SCFI) | 1.710 Punkte | +15 % | Shanghai SE |
| Intra-Asia Container Index | 616 USD/40ft | −5 % | Drewry |
Quelle: Drewry WCI, Shanghai SE, Stand 7. April 2026.
20ft vs. 40ft Spotpreise China → Europa (April 2026)
| Container | China → Europa Spot | Vergleich März 2026 |
|---|---|---|
| 20ft Standard | 2.800–4.800 USD | vorher 2.500–4.500 |
| 40ft Standard | 4.500–8.500 USD | vorher 4.000–8.000 |
| 40ft High Cube | 4.700–8.800 USD | leicht über 40ft Standard |
Hinweis: Diese Werte sind Spotmarkt-Indikationen. Festkontrakte können 15–30 % darunter liegen. CARGOLO bietet sowohl Spot- als auch Vertragsraten über die Plattform.
Frachtraten-Prognose Q2/Q3 2026
Branchenexperten von Kühne+Nagel und Drewry rechnen für Q2 2026 mit einer weiteren Steigerung um 10–15 % bei anhaltender Iran-Eskalation. Im Q3 2026 kommt die saisonale Peak-Phase (Pre-Holiday Stocking) hinzu, die den Druck zusätzlich verschärft. Maersk hat bereits eine generelle Ratenerhöhung angekündigt.
Strukturell wirkt mittelfristig die Werften-Pipeline: Eine 2-jährige Auslieferung neuer Schiffe schafft ab 2027 Überkapazitäten — diese könnten die Frachtraten dämpfen, sobald sich die geopolitische Lage normalisiert. Bis dahin bleibt der Markt durch die Konsolidierung der großen Reedereien in drei Allianzen geprägt.
Reedereien
Reederei-Aktionen April 2026 — Wer macht was?
Im April 2026 hat Maersk eine generelle Ratenerhöhung angekündigt, MSC erhebt War-Risk-Surcharges von 200–450 USD je Container, und CMA CGM hat den Bunkerzuschlag erhöht. Hapag-Lloyd und andere große Linien haben ihre Pläne für eine Rückkehr durch den Suezkanal ausgesetzt — die Route über das Kap der Guten Hoffnung bleibt damit Standard für Asien-Europa-Verkehre.
Die folgende Tabelle fasst die Aktionen der wichtigsten Reedereien im April 2026 zusammen — vom Status der Suez-Route über War-Risk-Surcharges bis hin zu Bunker-Anpassungen. Die Daten basieren auf Branchenberichten von Drewry, Bloomberg und finanzmarktwelt; im Zweifel ist der jeweilige Reederei-Newsroom verbindlich.
| Reederei | Aktuelle Aktion (April 2026) | Auswirkung |
|---|---|---|
| Maersk | Generelle Ratenerhöhung März/April (GRI) | +10–15 % Spot |
| Hapag-Lloyd | Suez-Rückkehr ausgesetzt | Kap-Route bleibt Standard |
| MSC | War Risk Surcharge erhoben | +200–450 USD/Container |
| CMA CGM | Bunkerzuschlag (BAF) erhöht | +150–300 USD/40ft |
| DHL (CEO) | Warnung „weitere Störungen" | Planungs-Empfehlung an Verlader |
Quelle: Drewry, Bloomberg, finanzmarktwelt, Stand 7. April 2026.
Kostenanalyse
Auswirkungen auf Frachtkosten — was Importeure bezahlen
Frachtkosten setzen sich aus Basisrate (Transport), Treibstoffzuschlag (Bunker Adjustment Factor / BAF), War Risk Surcharge, Hafengebühren, Versicherung und Zollabwicklung zusammen. Im April 2026 machen die Basisrate etwa 55 %, der BAF rund 15 %, War-Risk-Aufschläge 10 %, Hafen-/Terminalgebühren 12 % und Versicherung 8 % der Gesamtkosten einer Seefracht-Sendung China–Deutschland aus. Bei einem 40ft-Container ergibt das in der Summe rund 7.800 EUR.
Die Frachtkosten-Entwicklung 2025/2026 zeigt einen klaren Trend: Neben der Basisrate steigen vor allem die Zuschläge. Der War Risk Surcharge (WRS) — ein Gefahrenzuschlag für Krisengebiete — wurde im April 2026 von mehreren Reedereien auf bis zu 900 USD pro 40ft-Container angehoben. Hinzu kommen Emergency Bunker Surcharges und gestiegene Versicherungsprämien.
Frachtkosten-Aufschlüsselung: 40ft-Sendung China → Deutschland (April 2026)
| Position | Anteil | EUR (40ft, Beispiel) |
|---|---|---|
| Basisrate | 55 % | 4.290 EUR |
| Bunker Adjustment Factor (BAF) | 15 % | 1.170 EUR |
| War Risk Surcharge | 10 % | 780 EUR |
| Hafen-/Terminalgebühren | 12 % | 936 EUR |
| Versicherung | 8 % | 624 EUR |
| Gesamt (Beispiel 40ft) | 100 % | ~7.800 EUR |
Beispielkalkulation auf Basis von Spotmarkt-Daten, Stand April 2026. Tatsächliche Kosten variieren nach Route und Reederei.
War Risk Surcharge — was ist das und wie hoch?
Ein War Risk Surcharge (Kriegsrisikoaufschlag) ist ein Risikozuschlag der Reedereien für Durchfahrten durch konfliktbelastete Regionen wie das Rote Meer oder die Hormuzstraße. Im April 2026 beträgt er 200–450 USD pro 20ft-Container und 400–900 USD pro 40ft-Container, je nach Reederei und Route. MSC, Maersk und Hapag-Lloyd erheben diese Aufschläge aktuell auf den meisten Asien-Europa-Routen.
- Definition: Risikozuschlag der Reedereien für Durchfahrten durch konfliktbelastete Regionen (Rotes Meer, Hormuzstraße)
- Höhe April 2026: 200–450 USD pro 20ft, 400–900 USD pro 40ft
- Wichtigste Reedereien mit War-Risk-Aufschlag: MSC, Maersk, Hapag-Lloyd, CMA CGM
- Praxis-Tipp: Vor Buchung beim Spediteur den aktuellen War-Risk-Stand erfragen — dieser ändert sich teils wöchentlich
Strukturelle Kostentreiber 2026 — Mindestlohn, CBAM, ETS2 & PPWR
Neben den geopolitischen Schocks treiben auch strukturelle Faktoren die Logistikkosten 2026 dauerhaft nach oben. Mindestlohn, CO2-Maut, der CO2-Grenzausgleich (CBAM) und die Verpackungsverordnung (PPWR) wirken kumulativ auf Trucking, Lager und Importprozesse.
Mindestlohn DE 13,90 EUR/h
Ab 1.1.2026 erhöht — wirkt direkt auf Umschlag-, Lager- und Trucking-Kosten. Vorher 12,82 EUR/h.
CO2-basierte Lkw-Maut
Voll wirksam in 2026, in einigen EU-Ländern bis +40 %. Federtrasporti rechnet 6.000 EUR/Jahr Zusatzbelastung pro 100k-km-Lkw.
CBAM (CO2-Grenzausgleich)
Ab 1.1.2026 zahlungswirksam für Stahl, Aluminium, Zement, Dünger, Strom und Wasserstoff. Neue Daten- und Prozessanforderungen für Importeure.
PPWR — EU-Verpackungs-VO
Ab August 2026 in Kraft. Neue Recycling-Anforderungen für Verpackungen — Auswirkungen auf Materialwahl und Lager-Layouts.
Transportmodi
Seefracht, Luftfracht, Bahnfracht und LKW — die Lage nach Transportmodus

Multimodale Transportlösungen gewinnen in der aktuellen Krise an Bedeutung.
Seefracht — Iran-Eskalation und Spotpreis-Sprünge
Die Seefracht ist im April 2026 am stärksten betroffen. Der Drewry WCI liegt bei 2.123 USD/40ft, Shanghai–Rotterdam erreicht 2.443 USD (+19 % w/w). Die Kap-Route ist Standard und addiert 10–14 Tage gegenüber Suez. Containerknappheit in südostasiatischen Häfen verschärft die Lage, weil Container länger unterwegs sind. Maersk hat eine generelle Ratenerhöhung angekündigt. Mittelfristig wirkt die Werften-Pipeline dämpfend. Die Kosten für Seefracht von China nach Deutschland sind weiter gestiegen. Wer vor der Buchung die richtige Versandart wählen will, sollte den Unterschied zwischen FCL und LCL kennen.
Luftfracht — Gesperrter Luftraum und Engpässe
Der Luftraum über dem Nahen Osten ist seit der Eskalation teilweise gesperrt. Frachtflüge müssen Umwege von +2–4 Stunden fliegen, was Treibstoffverbrauch und Luftfrachtpreise erhöht. Die aktuelle Spannweite liegt bei 4–9 EUR/kg China–DE (April 2026). Kühne+Nagel warnt vor Frachtflug-Engpässen, da auch Passagiermaschinen mit Belly-Kapazitäten umgeleitet werden. Tipp: Express-Luftfracht nur für wirklich zeitkritische Sendungen einsetzen.
Bahnfracht China–Europa — die stabile Alternative
Die Bahnfracht China–Europa über die Neue Seidenstraße ist im April 2026 stabil und kaum direkt von der Iran-Krise betroffen. Transitzeit: 18–22 Tage Yiwu/Chongqing → Duisburg/Hamburg. Spotpreis: ca. 3.200–5.500 USD pro 40ft (leicht steigend). Vorteil: halbe Zeit gegenüber der Kap-See-Route, ein Drittel des Preises gegenüber Luftfracht. Einschränkung: Der Russland-Korridor bleibt Ukraine-bedingt eingeschränkt — die Nordroute über Kasachstan, Aserbaidschan und die Türkei gewinnt an Bedeutung. TIMOCOM-Daten zeigen knappe Bahn-Slots für die DE-Hubs.
LKW-Verkehr in Europa — Spotmarkt unter Druck
Der europäische Straßengüterverkehr steht im April 2026 unter erheblichem Druck. Das TIMOCOM Transportbarometer meldet einen Frachtanteil von 83 % — den Höchstwert seit 2023 (vs. 77 % im April 2025). Konkret heißt das: 83 % Frachten zu 17 % Laderaum, was Frachtführern eine starke Verhandlungsposition verschafft. Mindestlohn (13,90 EUR/h), CO2-Lkw-Maut und Diesel treiben die Kosten. Raben Logistics rechnet mit Betriebskosten +15–25 % in nur zwei Jahren. Tipp: Vorlauf mit 2–4 Wochen einplanen statt der historisch üblichen 3–5 Tage.
Bei Seefracht-Engpässen stehen drei Alternativen zur Verfügung: Bahnfracht China–Europa (18–22 Tage, 3.200–5.500 USD pro 40ft), Luftfracht (3–5 Tage, 4–9 EUR/kg) oder multimodaler Transport. Im April 2026 ist die Bahnfracht die stabilste Alternative, da sie weniger von der Iran-Krise betroffen ist als die Seefracht durch den Suezkanal.
Multi-Modal-Vergleich April 2026 (See vs. Bahn vs. Luft vs. LKW)
| Modus | Transitzeit (CN–DE) | Preis (40ft / kg / km) | Verfügbarkeit | Hauptrisiko |
|---|---|---|---|---|
| Seefracht (Kap-Route) | 38–45 Tage | 4.500–8.500 USD | Knapp | Iran-Eskalation |
| Bahnfracht (China–EU) | 18–22 Tage | 3.200–5.500 USD | Stabil | Russland-Korridor |
| Luftfracht | 3–5 Tage | 4–9 EUR/kg | Eingeschränkt | Luftraum-Sperrungen |
| LKW (innerhalb EU) | 1–5 Tage | 0,80–1,60 EUR/km | 83 % Last/Frei | Mindestlohn / CO2-Maut |
Quelle: Drewry, TIMOCOM, Kühne+Nagel, eigene Erhebung — Stand 7. April 2026.
Hintergrund
Globale Lieferketten unter Druck: Ursachen und Zusammenhänge
Die globalen Lieferketten stehen seit 2020 unter permanentem Druck. Angefangen mit den COVID-19-Lockdowns und Hafenschließungen, über die Suezkanal-Blockade 2021, die Houthi-Angriffe 2024 bis zur aktuellen Iran-Krise — jede neue Störung trifft auf ein System, das sich noch nicht von der vorherigen erholt hat. Die kumulative Belastung hat die Lieferketten-Probleme auf ein Niveau gehoben, das vor fünf Jahren undenkbar schien.
Der Kern des Problems: Globale Lieferketten sind hochgradig interdependent. Eine Störung an der Straße von Hormus löst Kaskadeneffekte aus — Containerknappheit in Asien, Hafenstaus in Europa, steigende Versicherungsprämien weltweit. Das traditionelle „Just in Time"-Modell, das auf minimale Lagerbestände und exaktes Timing setzt, gerät zunehmend an seine Grenzen.
Die Antwort vieler Unternehmen: Ein Umdenken hin zu „Just in Case" und „Friend-Shoring". Resiliente Lieferketten erfordern Diversifizierung der Lieferantenbasis, höhere Sicherheitsbestände und Nearshoring-Strategien — also die Verlagerung von Produktion in geografisch nähere Regionen. Parallel zwingen CBAM, EUDR und PPWR Unternehmen zu mehr Daten und Transparenz: Logistik wird zunehmend zum Nachweis-System — zitierfähig und prüfbar. Wer tiefer einsteigen will, findet in unserem Guide zu Supply Chain Management die wichtigsten Grundlagen. Für den Versand von China nach Deutschland bedeutet das: mehr Alternativen, mehr Flexibilität, mehr digitale Tools.
Handlungsempfehlungen
10 konkrete Maßnahmen für Importeure und Exporteure
Unternehmen können sich gegen Lieferketten-Störungen schützen durch: 1. Diversifizierung der Lieferantenbasis auf mehrere Regionen, 2. Erhöhung der Sicherheitsbestände für kritische Komponenten, 3. Nutzung multimodaler Transporte (See + Bahn + Luft), 4. Echtzeit-Tracking und digitale Buchungsplattformen für flexible Reaktion.

1.Versandtermine mit 2–4 Wochen Puffer planen
Umleitungen über das Kap der Guten Hoffnung addieren 10–14 Tage. Plane mit 2–4 Wochen Puffer statt der historisch üblichen 1–2 Wochen.
2.Multimodal: See + Bahn als Backup
Kombiniere Seefracht mit Bahnfracht (Iran-resistent) und Luftfracht. Wer sich auf einen Modus verlässt, ist bei Störungen besonders verwundbar.
3.Routing-Optionen mit Spediteur abstimmen
Die Kap-Route ist im April 2026 etabliert. Bespreche Häfen in Südostasien oder der Türkei als alternative Zwischenstopps.
4.Sicherheitsbestände kritischer Komponenten
Für kritische Komponenten sollten Lagerbestände auf mindestens 6–8 Wochen ausgeweitet werden — vor allem bei langen Lieferketten aus Asien.
5.War-Risk-Klausel in Frachtverträgen prüfen
Vermeide starre Langzeitverträge und verhandele Klauseln, die War-Risk-Surcharges und Bunkerzuschläge transparent regeln.
6.Echtzeit-Tracking einsetzen
Nutze digitale Tracking-Lösungen für volle Sendungstransparenz — so erkennst du Verzögerungen frühzeitig und kannst reagieren.
7.Versicherung anpassen (War-Risk + Verspätungen)
Bestehende Transportversicherungen decken Kriegsrisiken und Verspätungsfolgen oft nicht ab. Lass deine Police prüfen und ggf. erweitern.
8.Lieferanten-Diversifizierung in andere Asienregionen
Baue parallel zu China Beziehungen zu Lieferanten in Vietnam, Indien oder Thailand auf — Friend-Shoring reduziert Klumpenrisiken.
9.CBAM-Daten vorab vom Lieferanten anfordern
CBAM ist ab 1.1.2026 zahlungswirksam für Stahl, Aluminium, Zement, Dünger, Strom und Wasserstoff. Daten frühzeitig einholen, sonst drohen Verzögerungen.
10.Digitale Plattformen für Echtzeit-Preise
Vergleiche Frachtpreise über digitale Buchungsplattformen wie CARGOLO und sichere dir die besten verfügbaren Raten in Echtzeit.
Für Unternehmen, die Transportlösungen zwischen China und Deutschland suchen, bieten digitale Speditionen den schnellsten Zugang zu aktuellen Raten und flexiblen Routing-Optionen. So behältst du auch in Krisenzeiten die Kontrolle über deine Supply Chain.
Ausblick
Prognose Q2/Q3/Q4 2026 — Wohin geht der Frachtverkehr?
Die Branche rechnet auch im weiteren Jahresverlauf 2026 mit anhaltender Volatilität. Die folgende Tabelle fasst die Erwartungen für Q2, Q3 und Q4 zusammen — basierend auf Einschätzungen von Drewry, Maersk, Kühne+Nagel und DHL.
| Quartal | Erwartung Containerpreise | Erwartung Lage |
|---|---|---|
| Q2 2026 | Weitere +10–15 % bei Eskalation | Iran-Krise dominant |
| Q3 2026 | Peak-Preise (Pre-Holiday) | Saisonaler Druck zusätzlich |
| Q4 2026 | Mögliche Entspannung bei Diplomatie | Werften-Kapazität wirkt |
Strukturelle Trends: Konsolidierung der Reedereien in drei Allianzen, mittelfristige Überkapazitäten ab 2027 durch die Werften-Pipeline, IMO-Umweltauflagen und Nearshoring/Friend-Shoring werden den Markt langfristig prägen. Risiko-Szenarien reichen von einer Hormus-Vollblockade bis zu einer diplomatischen Lösung der Iran-Krise.
Langfristig: Die Frachtkosten-Entwicklung wird zunehmend von Digitalisierung, alternativen Routen und Nearshoring geprägt. Auch das Thema nachhaltige Logistik spielt eine wachsende Rolle bei der Routenplanung. Unternehmen, die jetzt in resiliente Lieferketten investieren, werden langfristig profitieren — unabhängig davon, ob die nächste Krise aus dem Nahen Osten, dem Südchinesischen Meer oder einer Pandemie kommt.
Fazit
Frachtverkehr April 2026: Jetzt handeln statt abwarten
Die aktuelle Lage im Frachtverkehr bleibt im April 2026 angespannt. Der Drewry WCI liegt bei 2.123 USD/40ft (+8 % w/w), Shanghai–Rotterdam bei 2.443 USD (+19 %), das TIMOCOM-Transportbarometer meldet 83 % Frachtanteil. Containerpreise sind deutlich gestiegen, Transitzeiten verlängert, Lieferketten unter Druck — und strukturelle Treiber wie Mindestlohn, CBAM, CO2-Lkw-Maut und PPWR wirken zusätzlich.
Wer jetzt proaktiv handelt — mit Pufferzeiten, multimodalen Transporten, Diversifizierung und digitalen Buchungsplattformen — bewältigt die Krise besser als der Wettbewerb. CARGOLO bündelt See-, Bahn-, Luft- und Landfracht auf einer Plattform mit sofortigen Festpreisen — damit du auch in turbulenten Zeiten die beste Route und den besten Preis findest.