Internationaler Transport & Zoll

EORI-Nummer prüfen & beantragen: Format, EU-Länder, Praxis

Die EORI-Nummer ist die EU-Zollidentifikation jedes gewerblichen Importeurs. Wir erklären Aufbau, Format in 10 EU-Ländern (inkl. Brexit-Sonderfall GB und Schweiz-UID), die Validierungs-Anleitung, Antragsprozess in 4 Schritten, B2B-Use-Cases für Spediteure und die häufigsten Fehler beim EORI-Check.

Hendrik Lüdeking13 Min Lesezeit22. Mai 2026

Direktantwort — Das Wichtigste in 60 Sekunden

Die EORI-Nummer(Economic Operators' Registration and Identification) ist die zentrale EU-weite Zoll-Identifikationsnummer für gewerbliche Importeure und Exporteure. Sie ersetzt seit 2009 die alte deutsche Zollnummer.

Eine deutsche EORI besteht aus dem Country-Präfix DE + 15 Ziffern — insgesamt 17 Zeichen, Beispiel: DE123456789012345. Ohne gültige EORI lehnt das deutsche ATLAS-System jede Zollanmeldung sofort ab.

Das musst du wissen — in 4 Punkten:

  1. Was: EU-weite Zoll-ID für Wirtschaftsbeteiligte, Pflicht für jeden Drittland-Import oder -Export.
  2. Wer: Jedes B2B-Unternehmen mit Handel über EU-Außengrenzen. Privatpersonen nur in Ausnahmefällen.
  3. Wo prüfen: Offizielle EU-Datenbank TAXUD/EOS — komfortabel über den EORI-Pruefer unseres Partners zolltarifnummer.com.
  4. Wie beantragen: Kostenlos online beim deutschen Zoll (BuG-Portal), ELSTER + Formular 0870, Bearbeitung in 1-3 Werktagen.

Wer Waren aus China, der Türkei, den USA oder Großbritannien nach Deutschland importiert, kommt um eine EORI-Nummer nicht herum. Sie ist die zentrale Identifikation jedes Wirtschaftsbeteiligten gegenüber dem Zoll — verankert im EU-Zollkodex (Verordnung (EU) Nr. 952/2013) und seit 2009 EU-weit Pflicht für alle Zollanmeldungen mit Drittlandsbezug. Ohne gültige EORI weist das deutsche ATLAS-System die Zollabfertigung bereits beim ersten Datensatz ab.

Trotz der Eindeutigkeit der Pflicht herrscht in der Praxis viel Verwirrung — vor allem zwischen EORI-Nummer, USt-IdNr und der historischen Zollnummer. Eine USt-IdNr ersetzt KEINE EORI bei Drittlands-Importen; die Nummern haben unterschiedliche Zwecke und werden von unterschiedlichen Behörden vergeben. Welche Zoll-Dokumente konkret nötig sind, hängt vom Ursprungs- und Zielland ab — die EORI ist aber in jedem Fall vorausgesetzt.

In diesem Leitfaden erklären wir Schritt für Schritt, wozu die EORI-Nummer dient, wie sie in den wichtigsten EU-Ländern aufgebaut ist, wie sie validiert und beantragt wird und welche typischen Fehler beim EORI-Check zu vermeiden sind. Für die schnelle Online-Prüfung empfehlen wir den EORI-Pruefer unseres Partners zolltarifnummer.com — er greift live auf die offizielle EU-Datenbank TAXUD/EOS zu und liefert in unter zwei Sekunden ein klares Gültig/Ungültig-Signal.

Definition

Was ist eine EORI-Nummer?

Die EORI-Nummer (Economic Operators' Registration and Identification) ist eine EU-weite Identifikationsnummer für Wirtschaftsbeteiligte. Sie wird einmalig pro Unternehmen vergeben und gilt in allen 27 EU-Mitgliedstaaten. Verwaltet wird sie in Deutschland durch die Generalzolldirektion (GZD), EU-weit zentral durch die EU-Datenbank TAXUD/EOS.

Die EORI-Nummer wurde 2009 EU-weit eingeführt und ersetzte in Deutschland die frühere nationale Zollnummer. Rechtsgrundlage ist Artikel 9 des Unionszollkodex (Verordnung (EU) Nr. 952/2013). Jeder Wirtschaftsbeteiligte — also jedes Unternehmen, jeder Freiberufler und jeder Verein, der gewerblich am internationalen Warenverkehr mit Drittländern teilnimmt — muss vor der ersten Zollanmeldung eine EORI besitzen. Pro Unternehmen wird genau EINE EORI vergeben, und diese gilt automatisch in der gesamten Union.

Die EORI dient bei jeder Zollanmeldung im deutschen ATLAS-System (Automatisiertes Tarif- und Lokales Zollabwicklungs-System) als eindeutige Kennung des Anmelders. Daneben wird sie auch in summarischen Ein- und Ausgangsanmeldungen, im Ausfuhrbegleitdokument (ABD) und bei BAFA-Ausfuhrgenehmigungen verwendet. Über die EU-Datenbank TAXUD/EOS kann jeder eine EORI auf Gültigkeit prüfen — bei aktiviertem Public Consent werden zusätzlich Name und Anschrift des Inhabers angezeigt.

Wichtig zu wissen: Die EORI ist kein eigenständiges Steuerinstrument — sie regelt keine Umsatzsteuer und keine Einfuhrabgaben. Sie identifiziert nur den Wirtschaftsbeteiligten. Die Berechnung von Zoll und Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) läuft über die separate Zolltarifnummer (HS-Code) und den deklarierten Warenwert.

Aufbau

Aufbau einer EORI — Format nach Land

Jede EORI besteht aus zwei Teilen: dem ISO-Country-Präfix (z. B. DE, NL, FR) und einer national vergebenen Identifikationsnummer. Das Format der nationalen Nummer richtet sich nach dem jeweiligen EU-Mitgliedstaat — in Deutschland sind es 15 Ziffern (insgesamt 17 Zeichen), in Polen 17 Ziffern (19 Zeichen) und in Spanien nur 9 Zeichen (NIF-basiert).

EORI-Nummer Aufbau und Format in EU-Ländern

Trotz der unterschiedlichen nationalen Formate sind alle EORI-Nummern in der zentralen EU-Datenbank TAXUD/EOS hinterlegt und EU-weit gültig. Lediglich GB-EORI (Brexit-Drittland) und die Schweizer UID stehen als Sonderfälle außerhalb dieser Datenbank — dazu unten ein eigener Abschnitt.

LandFormatBeispielZoll-Behörde
🇩🇪DeutschlandDE + 15 StellenDE123456789012345Generalzolldirektion (GZD)
🇬🇧Großbritannien (UK)GB + 9-stellige VAT + 000GB123456789000HMRC (His Majesty's Revenue and Customs)
🇳🇱NiederlandeNL + 9 Ziffern + B + 2 ZiffernNL123456789B01Douane Belastingdienst
🇦🇹ÖsterreichATEOS + 7 ZiffernATEOS1234567Bundesministerium für Finanzen (BMF)
🇨🇭Schweiz (UID statt EORI)CHE + 9 Ziffern + Suffix (MWST/HR/IVA)CHE123456789MWSTBundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG)
🇫🇷FrankreichFR + 14 ZiffernFR12345678901234Douane française (DGDDI)
🇮🇹ItalienIT + 11 ZiffernIT12345678901Agenzia delle Dogane e dei Monopoli
🇪🇸SpanienES + 9 Stellen (NIF/CIF-basiert)ESX1234567XAgencia Tributaria (AEAT)
🇵🇱PolenPL + 17 ZiffernPL12345678901234567Krajowa Administracja Skarbowa (KAS)
🇧🇪BelgienBE + 10 ZiffernBE1234567890Algemene Administratie van de Douane en Accijnzen

Sonderfälle: GB-EORI (Brexit) sind seit 2021 nicht mehr in der EU-Datenbank — Prüfung läuft über gov.uk/check-eori-number. Die Schweiz nutzt statt EORI eine UID-Nummer, die über uid.admin.ch verifiziert wird.

Abgrenzung

EORI vs. USt-IdNr vs. Zollnummer — der Unterschied

EORI, USt-IdNr und Zollnummer sind drei verschiedene Identifikationsnummern mit jeweils eigenem Zweck. Die EORI dient gegenüber dem Zoll, die USt-IdNr gegenüber Finanzämtern im EU-Binnenmarkt, die Zollnummer ist heute Bestandteil der EORI. Eine USt-IdNr ersetzt keine EORI bei Drittlands-Importen.

Die häufigste Verwechslung im B2B-Alltag: Lieferanten und Kunden geben statt der EORI ihre USt-IdNr an. Da die deutsche USt-IdNr ebenfalls mit DE beginnt, halten viele sie für eine EORI. Der Unterschied wird erst bei der ATLAS-Anmeldung sichtbar — und dann ist es zu spät: Der Container steht im Hafen, das Free-Time-Fenster läuft, und die Demurrage-Uhr tickt.

EORI-Nummer Antragsprozess beim deutschen Zoll
TypZweckFormatVerwendungBeispiel
EORI-NummerIdentifikation bei Zollanmeldungen (Import/Export EU + Drittland)DE + 7-stellige Zollnummer + 00000000 (17 Stellen)ATLAS-System, Zollanmeldungen, EU-Datenbank, AusfuhranmeldungenDE123456789012345
USt-IdNr (VAT-ID)Umsatzsteuer im EU-Binnenmarkt (innergemeinschaftliche Lieferung)DE + 9 ZiffernRechnungen B2B-EU, Reverse-Charge, MOSS, OSSDE123456789
Zollnummer (historisch)Früher: nationale Identifikationsnummer; heute: Hauptteil der EORI7 ZiffernHistorisch / Bestandteil der EORI nach den Stellen 3-91234567

Antrag (Deutschland)

EORI-Nummer beantragen (Deutschland) — 4 Schritte

Die EORI ist kostenlos und wird in Deutschland innerhalb von 1-3 Werktagen vergeben. Antragstellung erfolgt online über das Bürger- und Geschäftskundenportal (BuG) des Zolls — Formular 0870, Authentifizierung per ELSTER-Zertifikat oder Personalausweis mit eID-Funktion. Wer den Antrag rechtzeitig stellt, vermeidet teure Demurrage am Hafen.

1. Voraussetzungen prüfen

Bevor der Antrag gestellt werden kann, müssen drei Grundlagen vorliegen: eine gültige Gewerbeanmeldung (oder Handelsregistereintrag inkl. HRA/HRB-Nummer), eine erteilte USt-IdNr, sowie ein ELSTER-Zertifikat (Organisations- oder Persönliches Zertifikat) oder ein Personalausweis mit eID-Funktion. Achten Sie darauf, dass der Firmenname exakt mit dem Handelsregister-Eintrag übereinstimmt — schon kleine Abweichungen führen zu Rückfragen der GZD.

2. Bürger- und Geschäftskundenportal (BuG) öffnen

Öffnen Sie das offizielle Zoll-Portal unter buerger-und-geschaeftskunden.zoll.de und melden Sie sich erstmalig mit Ihrem ELSTER-Zertifikat oder per eID an. Wählen Sie nach dem Login die Option „EORI-Nummer beantragen" im Bereich Stammdaten. Alternativ können kleinere Unternehmen das Papierformular 0870 von zoll.de herunterladen und postalisch oder per Fax an die GZD Dresden senden — der Online-Weg ist allerdings deutlich schneller.

3. Antrag stellen (Formular 0870)

Im BuG-Antragsdialog werden die Stammdaten erfasst: Firmenname, vollständige Anschrift, Handelsregisternummer (inkl. Registergericht), USt-IdNr, Steuernummer, Branche und Ansprechpartner. Wer regelmäßig importiert, sollte hier auch das Public Consent aktivieren — damit erscheint die Firma bei der Validierung mit Namen, was Geschäftspartnern eine schnellere Identitätsprüfung ermöglicht. Vor dem Absenden Daten gewissenhaft prüfen: Tippfehler verlängern die Bearbeitung um Tage.

4. EORI-Bescheid + ATLAS-Verifizierung

Nach Bewilligung erhalten Sie den EORI-Bescheid als PDF per E-Mail. Notieren Sie die Nummer sicher — sie wird ab sofort bei jeder Zollanmeldung verlangt. Es dauert anschließend noch 24-72 Stunden, bis die EORI über ATLAS aktiv und in der EU-Datenbank TAXUD/EOS abrufbar ist. In dieser Zeit können erste Anmeldungen ggf. noch abgewiesen werden — planen Sie die Beantragung also rechtzeitig vor der ersten Importsendung.

Wichtige Hinweise

  • Kostenlos: Die GZD erhebt keinerlei Gebühren. Drittanbieter, die 49-199 EUR für die EORI-Beantragung verlangen, sind reine Geldschneider.
  • EU-weit gültig: Die deutsche EORI gilt in allen 27 EU-Staaten. Eine Zweitbeantragung in NL, FR oder PL ist weder möglich noch nötig.
  • 1 EORI pro Wirtschaftsbeteiligten: Pro Unternehmen wird genau eine EORI vergeben. Bei Tochtergesellschaften mit eigener Rechtsform braucht jede Tochter ihre eigene EORI.
  • Keine Verlängerung nötig: Die EORI gilt unbefristet. Bei Firmenübernahme, Umfirmierung oder Sitzverlegung müssen die Stammdaten allerdings im BuG aktualisiert werden.

Validierung

So prüfen Sie eine EORI — Schritt für Schritt

Eine EORI wird in drei Schritten geprüft: vollständige Nummer mit Country-Präfix vorbereiten, EU-Datenbank-Lookup über TAXUD/EOS starten, und Ergebnis interpretieren. Bei aktiviertem Public Consent erscheint zusätzlich der Inhaber-Name — sonst nur die Status-Angabe „Gültig" oder „Ungültig". Die Antwort kommt typisch in unter 2 Sekunden.

1. Vollständige EORI inkl. Country-Prefix vorbereiten

Stellen Sie sicher, dass die EORI als zusammenhängende Zeichenkette in Großbuchstaben vorliegt — also DE123456789012345, nicht de 1234567 89012345. Entfernen Sie alle Leerzeichen, Punkte und Bindestriche. Das Country-Präfix (DE, NL, FR, IT, …) ist zwingender Bestandteil der EORI und darf nie weggelassen werden.

2. EU-Datenbank-Lookup starten

Geben Sie die EORI in das Tool unseres Partners zolltarifnummer.com ein — das ruft im Hintergrund die offizielle EU-Datenbank (TAXUD/EOS) auf. Alternativ können Sie den Lookup direkt über ec.europa.eu/taxation_customs/dds2/eos durchführen — das EU-Tool ist allerdings deutlich weniger komfortabel und unterstützt keine Bulk-Prüfung.

3. Ergebnis interpretieren

Bei Gültig ist die EORI aktiv und korrekt registriert. Bei aktiviertem Public Consent werden Name und Anschrift des Inhabers ausgegeben — das ist der schnellste Identitätsabgleich für Geschäftspartner. Bei Ungültig existiert die EORI nicht in der EU-Datenbank — entweder weil sie falsch geschrieben ist, frisch beantragt (24-72h Wartezeit), gelöscht, oder weil es sich um eine GB-EORI handelt (siehe Sonderfall Brexit). Prüfen Sie in jedem Fall die typischen Fehler im nächsten Abschnitt.

Country-Profiles

10 EU-Länder im Detail

Format, Beispiel, zuständige Zoll-Behörde und Hintergrund-Hinweise zu den zehn EORI-Ländern, die im DACH-Spedition-Alltag am häufigsten vorkommen.

DE

🇩🇪Deutschland

Format

DE + 15 Stellen

Beispiel

DE123456789012345

Behörde

Generalzolldirektion (GZD)

Beantragung kostenlos online über das Bürger- und Geschäftskundenportal (BuG) des Zolls mit ELSTER-Zertifikat. Bearbeitungszeit 1-3 Werktage. Die eigene EORI ist im ATLAS-Account und im EORI-Bescheid (PDF) ersichtlich.

GB

🇬🇧Großbritannien (UK)

Brexit

Format

GB + 9-stellige VAT + 000

Beispiel

GB123456789000

Behörde

HMRC (His Majesty's Revenue and Customs)

Seit dem Brexit 2021 ist GB ein Drittland. GB-EORI sind NICHT in der EU-Datenbank registriert — Prüfung erfolgt direkt über gov.uk/check-eori-number. Für den Handel mit Nordirland zusätzlich XI-EORI nötig.

NL

🇳🇱Niederlande

Format

NL + 9 Ziffern + B + 2 Ziffern

Beispiel

NL123456789B01

Behörde

Douane Belastingdienst

Das niederländische Format ist eng an die USt-IdNr (BTW) angelehnt. Da Rotterdam einer der größten EU-Importhäfen ist, treffen Spediteure überdurchschnittlich oft auf NL-EORI. Antrag in der Regel innerhalb von 5 Werktagen erteilt.

AT

🇦🇹Österreich

Format

ATEOS + 7 Ziffern

Beispiel

ATEOS1234567

Behörde

Bundesministerium für Finanzen (BMF)

Österreich verwendet ein eigenes EOS-Format (Economic Operators System). Antrag beim Zollamt Österreich. Voraussetzung: österreichische Steuernummer und Registrierung als Wirtschaftsbeteiligter. Bearbeitungszeit 1-5 Werktage, kostenlos.

CH

🇨🇭Schweiz (UID statt EORI)

Sonderfall

Format

CHE + 9 Ziffern + Suffix (MWST/HR/IVA)

Beispiel

CHE123456789MWST

Behörde

Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG)

Wichtig: Die Schweiz ist KEIN EU-Mitglied und nutzt statt EORI die UID-Nummer. Bei Lieferungen DE→CH wird die UID des Schweizer Empfängers in der Ausfuhranmeldung verwendet, NICHT eine EORI. Prüfung über uid.admin.ch.

FR

🇫🇷Frankreich

Format

FR + 14 Ziffern

Beispiel

FR12345678901234

Behörde

Douane française (DGDDI)

Das französische Format leitet sich aus der SIRET-Nummer ab. Antrag über das ProDouane-Portal. Typische Bearbeitungsdauer 3-7 Werktage.

IT

🇮🇹Italien

Format

IT + 11 Ziffern

Beispiel

IT12345678901

Behörde

Agenzia delle Dogane e dei Monopoli

Das italienische Format basiert auf der Partita IVA. Antrag bei der Agenzia delle Dogane. Häufige Anwendung in der Schifffahrt über Genua und La Spezia.

ES

🇪🇸Spanien

Format

ES + 9 Stellen (NIF/CIF-basiert)

Beispiel

ESX1234567X

Behörde

Agencia Tributaria (AEAT)

Das spanische Format hängt vom Unternehmenstyp ab (NIF, CIF, NIE). Antrag über die AEAT mit elektronischer Signatur. Spanien wickelt einen großen Teil des EU-Lateinamerika-Handels ab.

PL

🇵🇱Polen

Format

PL + 17 Ziffern

Beispiel

PL12345678901234567

Behörde

Krajowa Administracja Skarbowa (KAS)

Das polnische Format ist mit 17 Ziffern eines der längsten EU-EORI-Formate (REGON-basiert). Antrag über die KAS. Polen ist als östliches EU-Grenzland besonders wichtig für den DE-UA-Handel.

BE

🇧🇪Belgien

Format

BE + 10 Ziffern

Beispiel

BE1234567890

Behörde

Algemene Administratie van de Douane en Accijnzen

Das belgische Format basiert auf der KBO-Unternehmens-Nummer (Crossroads Bank). Antwerpen ist nach Rotterdam der zweitgrößte EU-Hafen — BE-EORI kommen im Spedition-Geschäft sehr häufig vor.

Fehlerquellen

7 typische Fehler beim EORI-Prüfen

Diese sieben Fehler sehen wir täglich, wenn Spediteure und Importeure EORI-Nummern validieren — von der Verwechslung mit der USt-IdNr bis zur veralteten EORI nach einer Firmenübernahme.

01

USt-IdNr statt EORI eingegeben

Häufigste Verwechslung: Die USt-IdNr hat DE + 9 Ziffern, eine EORI hat DE + 15 Ziffern. Wer DE123456789 (USt-IdNr) eingibt, bekommt ein 'ungültig' zurück.

Fix: EORI ist immer länger als die USt-IdNr — Stellenzahl vergleichen.

02

Leerzeichen oder Bindestriche in der Nummer

Behörden schreiben EORI gelegentlich mit Trennzeichen (DE 1234567 89012345). Die EU-Datenbank akzeptiert das nicht — die Eingabe muss zusammenhängend in Großbuchstaben erfolgen.

Fix: Vor der Prüfung Leerzeichen, Bindestriche und Punkte entfernen.

03

Country-Präfix vergessen

Die EORI besteht IMMER aus Country-Code + Nummer. Wer nur '123456789012345' eingibt, bekommt einen Format-Fehler — das Präfix DE/GB/NL/AT ist Pflichtbestandteil.

Fix: Präfix prüfen — bei deutschen EORI immer 'DE' voranstellen.

04

Klein- statt Großbuchstaben

EORI sind case-sensitive — 'de123...' wird als ungültig erkannt. Die EU-Datenbank akzeptiert nur Großbuchstaben für den Country-Code.

Fix: Country-Code immer in Großbuchstaben eingeben (DE, NL, FR, …).

05

Drittlands-EORI gegen EU-Datenbank geprüft

UK-EORI (GB-Präfix) sind seit Brexit 2021 NICHT in der EU-Datenbank gespeichert. Wer eine GB-EORI in der EU-Datenbank prüft, bekommt automatisch 'ungültig' — obwohl die Nummer korrekt ist.

Fix: GB-EORI über gov.uk/check-eori-number prüfen, CH-Nummern über uid.admin.ch.

06

Frisch beantragte EORI noch nicht aktiv

Eine neu erteilte EORI braucht 1-3 Werktage, bis sie über ATLAS aktiv ist, und 24-72 Stunden, bis sie in der EU-Datenbank abrufbar wird.

Fix: Mindestens 3 Werktage nach Antrag warten, bevor die Validierung gemacht wird.

07

Veraltete EORI nach Firmenübernahme

Wird ein Unternehmen aufgelöst, übernommen oder umfirmiert, kann die alte EORI gelöscht oder ungültig werden. Das Validierungstool zeigt dann 'ungültig' — obwohl die Nummer früher gültig war.

Fix: Bei B2B-Lieferketten Quartals-Compliance-Check mit Bulk-Modus durchführen.

B2B-Praxis

EORI in der Spediteurspraxis — 6 B2B-Use-Cases

Wie Spediteure, Zollagenten und Importabteilungen das EORI-Tool ihres Workflows einbauen — und wo der konkrete Mehrwert liegt.

01

Kundendaten-Migration

Beim Wechsel des CRM oder ERP müssen alle bestehenden Kunden-EORI auf Aktivität geprüft werden. Eine Bulk-Validierung deckt verwaiste, gelöschte oder fehlerhaft erfasste Nummern in einem Durchgang auf.

Spart 5-8 Std/Migration
02

Compliance-Pflichten erfüllen

Spediteure und Zollagenten sind nach EU-Zollkodex verpflichtet, die EORI des Auftraggebers zu prüfen. Bei 50+ Sendungen/Tag wird Einzelprüfung zum Bottleneck. Bulk-Modus erlaubt Quartals-Compliance-Reviews.

Senkt Audit-Aufwand um 70%
03

ATLAS-Ablehnungen verhindern

Eine ungültige EORI führt zur Ablehnung der ATLAS-Anmeldung. Jede Ablehnung kostet 15-60 Minuten Nacharbeit plus Demurrage-Risiko, weil der Container weiterläuft. Pre-Check vor ATLAS spart Stillstands-Kosten.

Vermeidet 50-200 EUR/Sendung Demurrage
04

Lieferantenstamm validieren

Bei B2B-Imports aus Drittländern ist die EORI des EU-Empfängers haftungsrelevant. Eine fehlerhafte EORI führt zur persönlichen Haftung des Anmelders. Quartalsweise Bulk-Prüfung der gesamten Lieferantenkette ist Best Practice.

Reduziert Haftungs-Risiko
05

Neukunden-Onboarding

Bei jedem neuen Auftraggeber muss die EORI vor der ersten ATLAS-Anmeldung verifiziert sein. Bulk-Mode erlaubt das parallele Onboarding mehrerer Mandanten und die schnelle Erkennung frisch beantragter, noch nicht aktiver EORI.

Time-to-First-Booking < 5 Min
06

Periodische AEO-Compliance

AEO-zertifizierte Spediteure müssen die EORI ihres Kundenstamms regelmäßig auf Aktivität prüfen. Bulk-Mode mit CSV-Export erleichtert die Dokumentation für den jährlichen AEO-Audit.

AEO-Audit-Ready in 30 Min

Sonderfälle

Sonderfälle: Brexit, Schweiz, Drittländer

Drei Konstellationen weichen vom EU-Standard ab und sind im täglichen Spedition-Geschäft besonders fehleranfällig. Wer hier nicht aufpasst, riskiert abgelehnte Zollanmeldungen, falsche Identifikationsnummern und Verzögerungen am Zoll.

Brexit (GB-EORI)

Seit dem Brexit 2021 ist Großbritannien ein Drittland — und GB-EORI-Nummern sind nicht in der EU-Datenbank registriert. Wer eine GB-EORI gegen TAXUD/EOS prüft, bekommt automatisch ein „Ungültig" zurück, obwohl die Nummer korrekt ist. Die korrekte Validierung läuft direkt über das offizielle HMRC-Tool unter gov.uk/check-eori-number.

Für den Handel mit Nordirland gilt zusätzlich das Windsor-Framework — Spediteure brauchen hier eine separate XI-EORI, die ebenfalls über HMRC vergeben wird. Britische Unternehmen, die Geschäfte in der EU machen, benötigen für ATLAS-Anmeldungen wiederum eine EU-EORI eines indirekten Vertreters.

Schweiz (UID statt EORI)

Die Schweiz ist kein EU-Mitglied und nutzt deshalb auch nicht das EORI-System. Stattdessen werden Schweizer Unternehmen über die UID-Nummer (Unternehmens-Identifikationsnummer) identifiziert — Format: CHE123456789MWST. Verwaltet wird die UID vom Bundesamt für Statistik (BFS) und verwendet durch das BAZG (Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit).

Bei Lieferungen DE → CH wird die UID des Schweizer Empfängers in der Ausfuhranmeldung als Empfängerkennung verwendet — nicht eine EORI. Die Prüfung läuft über uid.admin.ch. Wer hier versehentlich eine EORI sucht, bekommt natürlich kein Ergebnis.

Norwegen, Türkei, USA & andere Drittländer

Andere Drittländer haben jeweils eigene nationale Importer-IDs — Norwegen die Org.nr, die Türkei die Vergi Numarası, die USA den EIN (Employer Identification Number) bzw. CBP-Importer-Number. In der EU-Datenbank TAXUD/EOS sind diese nicht hinterlegt. Für ATLAS-Anmeldungen zählt aus EU-Sicht immer nur die EORI des EU-Empfängers bzw. EU-Anmelders — die Drittlands-ID des Versenders ist Pflichtangabe, wird aber nicht über TAXUD validiert.

CARGOLO Service

So unterstützt CARGOLO

Als B2B-Online-Spedition mit eigenem Zollteam (AEO-zertifiziert) übernehmen wir die EORI-Pflege als Teil unserer Stammdaten-Routine — damit Ihre erste Sendung ohne Reibungsverluste durchläuft.

  • Spedition + ATLAS-Anmeldung aus einer Hand: Wir übernehmen die komplette Zollabfertigung Ihrer Sendung über ATLAS — mit Ihrer EORI als Auftraggeber-ID.
  • EORI im Stammdaten-Profil: Ihre EORI wird einmalig in unserem Mandanten-Profil hinterlegt und automatisch bei jeder neuen Sendung übernommen — keine Wiedereingabe nötig.
  • Pre-Check vor jeder Anmeldung: Unser Zoll-Team prüft die EORI vor der ATLAS-Anmeldung gegen TAXUD/EOS — ungültige oder veraltete Nummern werden erkannt, bevor der Container im Hafen wartet.
  • Erste Sendung ohne EORI nicht möglich: Bei neuen B2B-Kunden ohne EORI helfen wir gerne beim Erstantrag — wir liefern Vorlage-Dokumente, prüfen Stammdaten und betreuen die GZD-Kommunikation.
  • Komplette Compliance-Kette: EORI-Prüfung, HS-Code-Klassifizierung, EUSt-Berechnung, Sanktionslistenprüfung — auf Wunsch begleitend dokumentiert für AEO- oder Steuer-Audits.
Sendung mit Zollabwicklung anfragen