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Incoterms 2020
einfach erklärt

Alle 11 Klauseln im Überblick – mit Tabelle, PDF-Download, Praxis-Beispielen und kostenlosem Incoterm-Simulator. Stand: April 2026.

11
Incoterms
Alle Klauseln erklärt
1936
Seit
Von der ICC entwickelt
140+
Länder
Weltweit anerkannt
2020
Aktuelle Fassung
Gültig seit 01.01.2020

Stand: 09.04.2026 · Letzte Überprüfung durch die CARGOLO-Expert:innen

Dieser Leitfaden folgt den offiziellen Incoterms® 2020 Regeln der Internationalen Handelskammer (ICC) in Paris und wird vierteljährlich aktualisiert. Verfasst von den Logistik-Expert:innen von CARGOLO – 150+ Logistikpartner, 10.000+ Routen, tägliche Abwicklung aller Incoterms-Varianten.

Aktualisiert: 09.04.2026

Über 90 % aller internationalen Kaufverträge nutzen Incoterms – die weltweit gültigen Handelsklauseln der Internationalen Handelskammer (ICC) in Paris. Doch viele Unternehmen kennen die genauen Pflichten, Kosten und Risiken hinter den 11 Klauseln nicht. Dieser Leitfaden erklärt alle Incoterms 2020 – auch unter „Incoterms 2025" bekannt – einfach und auf Deutsch. Mit Vergleichstabelle, PDF-Download, Praxis-Beispielen und unserem kostenlosen Incoterm-Simulator. Für internationale Lieferungen benötigen Sie übrigens auch eine EORI-Nummer.

Grundlagen

Was sind Incoterms? – Bedeutung und Definition

Incoterms (International Commercial Terms) sind 11 international anerkannte Handelsklauseln, die von der Internationalen Handelskammer (ICC) in Paris herausgegeben werden. Sie regeln bei grenzüberschreitenden Warenlieferungen drei zentrale Fragen: Wer trägt welche Kosten (Transport, Versicherung, Zoll)? Wo geht das Risiko vom Verkäufer auf den Käufer über? Welche konkreten Pflichten hat jede Vertragspartei?

Die Bedeutung der Incoterms für den internationalen Handel ist enorm: Seit ihrer ersten Veröffentlichung im Jahr 1936 haben sich die Klauseln zum globalen Standard entwickelt und werden in über 140 Ländern angewandt. Im Kern geht es um die präzise Verteilung von Kosten, Risiken und organisatorischen Pflichten zwischen Käufer und Verkäufer – vom Verladeort bis zum Bestimmungsort.

Incoterms sind dabei keine eigenständigen Verträge, sondern ergänzende Klauseln, die in einen Kaufvertrag aufgenommen werden. Sie werden typischerweise mit einem konkreten Ort referenziert, zum Beispiel: „FCA Hamburg Incoterms 2020" oder „DDP München Incoterms 2020". Ohne die Angabe der Version (derzeit 2020) und des Lieferorts ist die Klausel nicht vollständig.

Was Incoterms regeln: die Kostenverteilung (Frachtkosten, Transportversicherung, Zollabfertigung), den Gefahrenübergang (ab welchem Punkt trägt der Käufer das Transportrisiko) und die Pflichten beider Parteien (Verladung, Entladung, Dokumente, Exportverzollung, Importverzollung). Was sie ausdrücklich nicht regeln: den Eigentumsübergang, die Zahlungsbedingungen und die Haftung bei Vertragsverletzungen.

Aktuelle Fassung

Welche Incoterms gelten 2026?

Die aktuell gültige Fassung sind die Incoterms® 2020. Es gibt keine offizielle Version „Incoterms 2023", „Incoterms 2024", „Incoterms 2025" oder „Incoterms 2026" – die Internationale Handelskammer (ICC) revidiert die Regeln nur etwa alle zehn Jahre. Die nächste Überarbeitung wird voraussichtlich als Incoterms 2030 erscheinen.

Im Sprachgebrauch werden „Incoterms 2025", „Incoterm 2025" oder „Incoterms 2024" häufig synonym für die offiziellen Incoterms 2020 verwendet. Wer nach „Incoterms 2025 deutsch" oder „Incoterm 2025" sucht, findet dieselben 11 Klauseln wie in den offiziellen ICC-Regeln. Die Incoterms 2020 sind seit dem 1. Januar 2020 weltweit in Kraft und werden voraussichtlich bis mindestens 2030 unverändert gelten.

Die wichtigsten Änderungen der Incoterms 2020 gegenüber der Vorgängerversion 2010 betreffen drei Bereiche: Die Klausel DAT (Delivered at Terminal) wurde in DPU (Delivered at Place Unloaded) umbenannt, um klarzustellen, dass der Entladeort nicht zwingend ein Terminal sein muss. Bei CIP wurde die Versicherungsanforderung von der Mindestdeckung (ICC C) auf die umfassende Deckung (ICC A) angehoben – ein bedeutender Unterschied für den Versicherungsschutz. Außerdem wurde die Nutzung elektronischer Frachtdokumente (E-Bill of Lading) ausdrücklich als Standard gleichgestellt.

Incoterms-Versionen im Zeitverlauf

193619531967197619801990200020102020 (aktuell)2030 (erwartet)

Die ICC veröffentlicht seit 1936 in unregelmäßigen Abständen Revisionen. Die Incoterms 2020 sind die neunte und aktuelle Fassung des internationalen Standards.

Deutsche Lieferbedingungen

Deutsche Begriffe: Welcher Incoterm entspricht „frei Haus", „ab Werk" oder „frachtfrei"?

Die deutschen Lieferbedingungen „frei Haus", „ab Werk" und „frachtfrei" haben keine 1:1-Entsprechung in den Incoterms, lassen sich aber eindeutig zuordnen: „Ab Werk" = EXW, „frei Haus (ohne Zoll)" = DAP, „frei Haus verzollt" = DDP, „frachtfrei" = CPT (alle Transportarten) oder CFR (Seefracht).

In der deutschen Geschäftspraxis werden Lieferbedingungen oft noch in alten Begriffen wie „frei Haus", „ab Werk", „frachtfrei" oder kurz „FH" formuliert. Die Internationale Handelskammer empfiehlt jedoch, diese durch die offiziellen Incoterms zu ersetzen – sie sind weltweit eindeutig definiert und vermeiden Auslegungsstreit. Die folgende Übersicht ordnet die häufigsten deutschen Begriffe ihren Incoterm-Entsprechungen zu:

Deutscher BegriffIncotermBedeutung
Ab Werk / ab LagerEXWKäufer holt die Ware am Firmengelände des Verkäufers ab
Frei Frachtführer (FCA)FCAVerkäufer übergibt die exportverzollte Ware dem Frachtführer
Frei Haus ohne ZollDAPVerkäufer liefert bis zum Bestimmungsort, Käufer zahlt Importzoll
Frei Haus verzollt (FH)DDPVerkäufer liefert, übernimmt Zoll und Steuern im Zielland
FrachtfreiCPTVerkäufer zahlt Fracht bis zum Bestimmungsort (alle Verkehrsträger)
Frachtfrei SeehafenCFRWie CPT, nur Seefracht; Risikoübergang bei Verladung aufs Schiff
Frei längsseits SchiffFASNur Seefracht; Verkäufer stellt am Kai bereit
Frei an BordFOBNur Seefracht; Risikoübergang an Bord

Die Abkürzung „FH" steht in deutschen Frachtbriefen meist für „Frei Haus" und entspricht je nach Auslegung DAP (ohne Zoll) oder DDP (mit Zoll). Mehr Details zu den wichtigsten Klauseln finden Sie auf den Detailseiten zu DAP und DDP.

Alle Klauseln

Die 11 Incoterms im Überblick

Die Incoterms werden in vier Gruppen eingeteilt – von minimalen Pflichten des Verkäufers (Gruppe E) bis zur vollständigen Übernahme aller Kosten und Risiken (Gruppe D).

Gruppe E – Abholklausel

Der Käufer holt die Ware beim Verkäufer ab und trägt ab diesem Punkt alle Kosten und Risiken.

Alle Transportarten

EXW

Ex Works / Ab Werk

Minimale Pflichten für den Verkäufer. Die Ware wird am Firmengelände bereitgestellt, alle Kosten und Risiken ab diesem Punkt trägt der Käufer.

Praxis-Beispiel

Ein Spediteur holt 4 Europaletten Maschinenteile direkt ab Werk in Bielefeld ab.

Risiko KäuferSehr hoch
Risiko VerkäuferSehr niedrig
Details zu EXW

Gruppe F – Haupttransport unbezahlt

Der Verkäufer übergibt die Ware an einen Frachtführer oder Hafen. Den Haupttransport organisiert und bezahlt der Käufer.

Alle Transportarten

FCA

Free Carrier / Frei Frachtführer

Meistgenutzter Incoterm weltweit. Der Verkäufer übergibt die exportverzollte Ware an einen vom Käufer benannten Frachtführer am vereinbarten Ort.

Praxis-Beispiel

Ein Maschinenbauer aus Stuttgart übergibt eine CNC-Anlage an den Spediteur des Käufers am eigenen Werk.

Risiko KäuferHoch
Risiko VerkäuferNiedrig
Details zu FCA
Nur Seefracht

FAS

Free Alongside Ship / Frei Längsseite Schiff

Nur für Seefracht. Der Verkäufer liefert die exportverzollte Ware längsseite des Schiffes im benannten Verschiffungshafen.

Praxis-Beispiel

Schwere Stahlträger werden per LKW zum Hafen Hamburg gebracht und dort neben dem Frachter platziert.

Risiko KäuferHoch
Risiko VerkäuferNiedrig
Details zu FAS
Nur Seefracht

FOB

Free On Board / Frei an Bord

Nur für Seefracht. Der Verkäufer liefert die Ware an Bord des vom Käufer benannten Schiffes. Ab der Schiffsreling gehen Kosten und Risiken auf den Käufer über.

Praxis-Beispiel

Ein Exporteur in Shanghai lädt 2 Container Elektronik auf das vom deutschen Importeur gebuchte Containerschiff.

Risiko KäuferHoch
Risiko VerkäuferMittel
Details zu FOB

Gruppe C – Haupttransport bezahlt

Der Verkäufer bezahlt den Transport bis zum Ziel, das Risiko geht aber bereits am Abgangsort auf den Käufer über (Zweipunktklauseln).

Nur Seefracht

CFR

Cost and Freight / Kosten und Fracht

Nur für Seefracht. Der Verkäufer zahlt die Fracht bis zum Bestimmungshafen. Das Risiko geht jedoch bereits bei Verladung im Abgangshafen auf den Käufer über.

Praxis-Beispiel

Ein chinesischer Lieferant bucht und bezahlt die Seefracht bis Hamburg, das Transportrisiko liegt aber ab Shanghai beim Käufer.

Risiko KäuferMittel
Risiko VerkäuferMittel
Details zu CFR
Nur Seefracht

CIF

Cost, Insurance and Freight / Kosten, Versicherung, Fracht

Nur für Seefracht. Wie CFR, aber der Verkäufer muss zusätzlich eine Seetransportversicherung mit Mindestdeckung (ICC C) abschließen.

Praxis-Beispiel

Import von Textilien aus Bangladesch: Der Lieferant zahlt Fracht und Versicherung bis Bremerhaven.

Risiko KäuferMittel
Risiko VerkäuferMittel
Details zu CIF
Alle Transportarten

CPT

Carriage Paid To / Frachtfrei

Für alle Transportarten. Der Verkäufer zahlt den Transport bis zum Bestimmungsort, das Risiko geht aber bereits bei Übergabe an den ersten Frachtführer über.

Praxis-Beispiel

Luftfrachtversand von Medizintechnik: Der deutsche Hersteller zahlt die Fracht bis zum Flughafen Tokio.

Risiko KäuferMittel
Risiko VerkäuferMittel
Details zu CPT
Alle Transportarten

CIP

Carriage and Insurance Paid To / Frachtfrei versichert

Wie CPT, aber der Verkäufer muss zusätzlich eine Transportversicherung abschließen. Seit den Incoterms 2020 ist eine umfassende Deckung nach ICC A vorgeschrieben.

Praxis-Beispiel

Versand empfindlicher Laborgeräte per Luftfracht: Der Verkäufer bezahlt Fracht und umfassende Versicherung bis zum Empfänger.

Risiko KäuferMittel
Risiko VerkäuferMittel
Details zu CIP

Gruppe D – Ankunftsklauseln

Der Verkäufer trägt Kosten und Risiken bis zum Bestimmungsort. Die komfortabelste Lösung für den Käufer.

Alle Transportarten

DAP

Delivered at Place / Geliefert benannter Ort

Der Verkäufer trägt alle Kosten und Risiken bis zum vereinbarten Bestimmungsort. Nur die Entladung und der Importzoll liegen beim Käufer. Einer der beliebtesten Incoterms für EU-Lieferungen.

Praxis-Beispiel

Regelmäßige LKW-Lieferung von Automobilteilen aus Wolfsburg nach Wien: geliefert frei Rampe, Entladung durch den Empfänger.

Risiko KäuferNiedrig
Risiko VerkäuferHoch
Details zu DAP
Alle Transportarten

DPU

Delivered at Place Unloaded / Geliefert benannter Ort entladen

Der einzige Incoterm, bei dem der Verkäufer auch die Entladung am Bestimmungsort übernimmt. Ersetzt seit 2020 den früheren DAT (Delivered at Terminal).

Praxis-Beispiel

Großmaschinenlieferung: Der Verkäufer organisiert Transport und Kranentladung am Terminal des Käufers.

Risiko KäuferNiedrig
Risiko VerkäuferHoch
Details zu DPU
Alle Transportarten

DDP

Delivered Duty Paid / Geliefert verzollt

Maximale Pflichten für den Verkäufer: Er trägt alle Kosten und Risiken einschließlich Importzoll und Steuern im Bestimmungsland. Für den Käufer die komfortabelste Lösung.

Praxis-Beispiel

Ein Online-Händler importiert Elektronik aus Shenzhen. Der chinesische Lieferant übernimmt Seefracht, Zoll und Zustellung bis ins Lager in Frankfurt.

Risiko KäuferSehr niedrig
Risiko VerkäuferSehr hoch
Details zu DDP

Transportarten

Welche Incoterms für See-, Luft- und Landfracht?

Die 11 Klauseln lassen sich nach der zulässigen Transportart in zwei Gruppen einteilen: 7 multimodale Incoterms für alle Verkehrsträger und 4 maritime Klauseln nur für See- und Binnenschifffahrt. Ein häufiger Fehler: Maritime Klauseln werden bei LKW- oder Luftfracht verwendet. Das kann die Klausel unwirksam machen.

4 maritime Klauseln

Nur See- und Binnenschifffahrt

Achtung: Verwenden Sie maritime Klauseln (FAS, FOB, CFR, CIF) nicht für Luftfracht oder LKW-Transport. Für Container am Terminal sind FCA, CPT oder CIP die richtige Wahl.

Incoterms für Luftfracht

Für Luftfracht gelten sieben der elf Incoterms: EXW, FCA, CPT, CIP, DAP, DPU und DDP. Der in der Luftfracht-Praxis am häufigsten genutzte Incoterm ist FCA (Free Carrier), weil die Ware am Flughafen-Terminal des Verkäufers offiziell an den Luftfrachtführer übergeben wird. Die maritimen Klauseln FAS, FOB, CFR und CIF sind für Luftfracht nicht zulässig – ein häufiger Fehler in internationalen Kaufverträgen.

Warum wird FOB immer noch fälschlich für Luftfracht verwendet? Oft aus Gewohnheit. Die ICC empfiehlt seit den Incoterms 2010 ausdrücklich FCA statt FOB für den containerisierten Versand und für die Luftfracht. In der Praxis funktioniert FCA so: Der Verkäufer bringt die Ware zum vereinbarten Punkt – meist die Cargo-Annahme des Flughafens – und übergibt sie dort an den vom Käufer benannten Luftfrachtführer. Ab diesem Moment gehen Kosten und Risiko auf den Käufer über.

Erlaubt für Luftfracht

EXW · FCA · CPT · CIP · DAP · DPU · DDP

Nicht erlaubt für Luftfracht

FAS · FOB · CFR · CIF (nur Seefracht)

Suchen Sie passende Incoterms für andere Transportarten? Für Seefrachtimporte aus China gilt FOB oder CIF als Standard (siehe Seefracht China → Deutschland). Für EU-Landfracht-Lieferungen ist DAP der Standard (siehe Landfracht & LKW-Transport).

Kosten & Risiken

Kosten und Risiken – Wer trägt was?

Der Gefahrenübergang – also der Punkt, an dem das Transportrisiko vom Verkäufer auf den Käufer übergeht – ist bei jedem der 11 Incoterms unterschiedlich definiert. Bei EXW geht das Risiko bereits am Firmengelände des Verkäufers über, bei DDP erst am Bestimmungsort beim Käufer nach Entladung und Verzollung. Bei den C-Klauseln (CPT, CIP, CFR, CIF) fallen Kostenübergang (Zielort) und Gefahrenübergang (Abgangspunkt) auseinander – ein häufig übersehener Unterschied.

Der Gefahrenübergang ist das Kernstück jedes Incoterms: An welchem Punkt geht das Transportrisiko vom Verkäufer auf den Käufer über? Wird die Ware nach diesem Punkt beschädigt oder geht verloren, trägt der Käufer den Schaden – selbst wenn der Verkäufer den Transport bezahlt hat.

Der Kostenübergang definiert, wer welche Transportkosten zahlt: Frachtkosten, Versicherungsprämien, Verlade- und Entladekosten, Terminal-Gebühren und Zollabfertigungskosten. Bei den meisten Klauseln fallen Kosten- und Gefahrenübergang am selben Punkt zusammen – mit einer wichtigen Ausnahme.

Bei den C-Klauseln (CPT, CIP, CFR, CIF) fallen Kosten- und Gefahrenübergang auseinander. Der Verkäufer bezahlt zwar den Transport bis zum Bestimmungsort, das Risiko geht aber bereits bei Übergabe an den ersten Frachtführer auf den Käufer über. Diese sogenannten Zweipunktklauseln sind in der Praxis besonders erklärungsbedürftig: Viele Käufer gehen fälschlich davon aus, dass der Verkäufer auch das Transportrisiko bis zum Ziel trägt.

Im Gegensatz dazu sind die E-, F- und D-Klauseln Einpunktklauseln: Kosten und Risiko gehen am selben Punkt über. Das macht sie einfacher zu verstehen und reduziert Streitigkeiten bei Transportschäden.

Risikoverteilung im Überblick

Käufer trägt mehr RisikoVerkäufer trägt mehr Risiko

Interaktiver Simulator

Welcher Incoterm passt zu Ihrem Versand?

Beantworten Sie vier kurze Fragen und erhalten Sie eine personalisierte Empfehlung – in unter 30 Sekunden.

Schritt 1 von 4

Sind Sie Käufer oder Verkäufer?

Ihre Rolle bestimmt, welche Pflichten Sie tragen.

Incoterms Tabelle

Incoterms Tabelle: Übersicht aller 11 Klauseln

Die vollständige Incoterms Übersicht: Transportart, Kostenverteilung, Risikoübergang, Versicherungspflicht und Zollverantwortung auf einen Blick.

IncotermKurznameTransportKosten bisRisiko bisVersicherungZoll ExportZoll Import
EXWAb WerkAlleBereitstellungBereitstellungKeineKäuferKäufer
FCAFrei FrachtführerAlleFrachtführerFrachtführerKeineVerkäuferKäufer
FASFrei Längsseite SchiffSeeLängsseite SchiffLängsseite SchiffKeineVerkäuferKäufer
FOBFrei an BordSeeAn BordAn BordKeineVerkäuferKäufer
CFRKosten und FrachtSeeBestimmungshafenAn Bord (Verschiffungshafen)KeineVerkäuferKäufer
CIFKosten, Versicherung, FrachtSeeBestimmungshafenAn Bord (Verschiffungshafen)Mindestdeckung (ICC C)VerkäuferKäufer
CPTFrachtfreiAlleBestimmungsortErster FrachtführerKeineVerkäuferKäufer
CIPFrachtfrei versichertAlleBestimmungsortErster FrachtführerUmfassend (ICC A seit 2020)VerkäuferKäufer
DAPGeliefert benannter OrtAlleBestimmungsort (nicht entladen)Bestimmungsort (nicht entladen)KeineVerkäuferKäufer
DPUGeliefert benannter Ort entladenAlleBestimmungsort (entladen)Bestimmungsort (entladen)KeineVerkäuferKäufer
DDPGeliefert verzolltAlleBestimmungsort (verzollt)Bestimmungsort (verzollt)KeineVerkäuferVerkäufer

Stand: Incoterms 2020 (gültig seit 01.01.2020, voraussichtlich bis mindestens 2030). Grün = Verkäufer-Pflicht, Gelb = Käufer-Pflicht.

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Alle 11 Klauseln, Kosten- und Risikoverteilung sowie die Transportart-Matrix kompakt auf einer DIN-A4-Seite. Druckfertig für Meetings, Verträge oder die Wand im Büro.

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Praxis-Beispiele

Incoterms in der Praxis – Beispiele für Ihr Geschäft

Vier konkrete Szenarien aus dem Logistik-Alltag zeigen, welcher Incoterm wann die richtige Wahl ist – und was passiert, wenn Sie die falsche Klausel wählen.

Import aus China per Seefracht

Ein Online-Händler importiert regelmäßig Elektronik per Seefracht aus Shenzhen nach Hamburg.

Empfehlung: FOB Shenzhen

FOB ist der Standard für Seeimporte: Sie zahlen nur den Warenpreis bis Verladung und wählen selbst die günstigste Seefracht über CARGOLO. Voller Vorsteuerabzug der EUSt bleibt erhalten – bei DDP gehen 19 % EUSt verloren.

Bei DDP kann der Käufer die Einfuhrumsatzsteuer (19 %) nicht als Vorsteuer abziehen – ein erheblicher Kostennachteil bei regelmäßigen Importen.

Abholung ab Werk in Asien

Ein Maschinenbauer kauft Zulieferteile direkt ab Fabrik in Shenzhen. CARGOLO organisiert den Transport.

Empfehlung: EXW Shenzhen

EXW bietet den niedrigsten Einkaufspreis – Sie zahlen nur den reinen Warenwert. CARGOLO organisiert Abholung, Export und Seefracht ab Werk. Sie behalten die volle Kontrolle über die Lieferkette und den Vorsteuerabzug.

Ohne erfahrenen Logistikpartner erfordert EXW lokale Kenntnisse. Mit CARGOLO wird EXW zum strategischen Vorteil.

Maschinenbau-Export nach China

Ein Stuttgarter Maschinenbauer exportiert eine Fertigungsanlage (Wert: 450.000 EUR) nach Shanghai.

Empfehlung: FCA oder DAP

Bei FCA erledigt der Verkäufer die Exportverzollung und übergibt an den Spediteur. Bei DAP liefert der Verkäufer bis Shanghai, der Käufer übernimmt den chinesischen Importzoll.

DDP nach China ist komplex: Es wird ein Fiskalvertreter benötigt und die EUSt-Problematik erschwert die Abrechnung.

Regelmäßige EU-Lieferung per LKW

Ein Automobilzulieferer liefert wöchentlich Karosserieteile von Wolfsburg nach Wien.

Empfehlung: DAP

Innerhalb der EU ist DAP der effizienteste Incoterm: Kein Importzoll (EU-Binnenmarkt), der Verkäufer liefert bis zur Rampe des Empfängers, nur die Entladung übernimmt der Käufer.

DDP wäre bei EU-Lieferungen unnötig aufwendig, da kein Importzoll anfällt.

Wichtige Abgrenzung

Was Incoterms nicht regeln

Incoterms decken nur einen Teil des Kaufvertrags ab. Für folgende Aspekte brauchen Sie separate vertragliche Regelungen – diese werden von Incoterms bewusst ausgeklammert:

Eigentumsübergang: Wann das Eigentum an der Ware auf den Käufer übergeht, regeln Incoterms nicht. Das bestimmt der Kaufvertrag und das anwendbare nationale Recht.
Zahlungsbedingungen: Zahlungsfristen, Akkreditive oder Vorauszahlungen werden separat im Kaufvertrag vereinbart.
Vertragsverletzungen: Konsequenzen bei Lieferverzug, Qualitätsmängeln oder Nichterfüllung – dafür gelten Vertragsrecht und ggf. UN-Kaufrecht (CISG).
Warenbeschaffenheit: Qualität, Spezifikationen und Zustand der Ware sind nicht Gegenstand der Incoterms.
Geistiges Eigentum: Patente, Markenrechte und Lizenzen an der gelieferten Ware werden nicht berührt.
Wechselkursrisiken: Währungsrisiken bei internationalen Transaktionen müssen separat abgesichert werden.

Auswahlhilfe

Den richtigen Incoterm wählen – 5 Entscheidungsfaktoren

Die Wahl des richtigen Incoterms hängt von Ihrer Erfahrung, der Transportart und der gewünschten Kontrolle ab. Fünf Entscheidungsfaktoren helfen bei der Auswahl:

Erfahrung: Wer hat mehr Expertise im internationalen Versand? Der Erfahrenere sollte mehr Verantwortung übernehmen.

Transportart: Seefracht? Dann kommen auch maritime Klauseln in Frage. LKW oder Luftfracht? Nur multimodale Klauseln verwenden.

Kontrolle: Wollen Sie den Transport selbst steuern? Dann eignen sich F-Klauseln. Soll der Verkäufer alles regeln? D-Klauseln.

Zoll: Können Sie die Importverzollung selbst übernehmen? Falls nicht, ist DDP die sicherste Wahl.

Versicherung: Brauchen Sie eine Transportversicherung? CIP und CIF beinhalten diese – bei allen anderen müssen Sie selbst abschließen.

Schnell-Empfehlung

DDP
Erstmaliger Importeur?-- Alles inklusive, minimaler Aufwand
FCA
Erfahrener Importeur?-- Beste Kontrolle über den Transport
FOB oder CIF
Seefracht-Container?-- Branchenstandard im Seehandel
DAP
EU-Inlandslieferung?-- Einfachste Abwicklung, kein Zoll

FAQ

Häufig gestellte Fragen zu Incoterms

Die 15 wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Incoterms 2020 – von der Definition über deutsche Begriffe bis zur praktischen Anwendung in See-, Luft- und Landfracht.

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